Historische „Römereien“ im Weilfeld bei Oberkochen

Die 50-jährige Entdeckung des Römerkellers wurde mit der Projektgruppe des EAG gefeiert. Neue Informationstafeln enthüllt.

Der sogenannte Römerkeller aus der Vogelperspektive.

Didi Bantel hätte sich gefreut, wenn er diese von den Schülerinnen und Schülern des Ernst-Abbe-Gymnasiums herzhaft inszenierte Feier noch hätte erleben dürfen. Schließlich war er es, der vor gut fünf Jahrzehnten mit Schülern der 12. und 13. Klasse des Gymnasiums den Römerkeller ans Tageslicht brachte.

EAG-Schüler entführten in einer szenischen Darbietung in die Welt der Römer. Stilgerecht in historischen Gewändern.

Ob es eine „Villa Rustica“ ist, darüber ist man sich heute nicht sicher. Vielleicht aber doch, wie Bürgermeister Peter Traub später erläuterte. Mit typisch römischen Klängen wurde die Feierstunde im Gewann Weilfeld eröffnet. Der besondere Dank des Bürgermeisters galt den EAG-Lehrerinnen Ulrike Birkhold und Verena Stoll für die Initiierung und Organisation der Feierstunde. Als Ehrengast war auch Ermelinde Wudy vom Aalener Limes-Museum dabei.

Bürgermeister Traub ging auf die enge Verbindung des EAG mit dem Römerkeller ein und verwies auf die akribische „Handschrift“ von Dietrich Bantel.

Es habe seinerzeit wohl eine Verbindungsstraße hier in der Nähe gegeben, führte Traub aus. Wohl eine Zwischenstation zwischen den Kastellen Aalen und Heidenheim. Vor einigen Jahren seien geophysikalische Untersuchungen in der Nähe des Römerkellers durchgeführt worden, bei denen weitere Mauerreste gefunden worden seien. Dies deute auf eine römische Besiedelung hin und auch darauf, dass es sich doch um eine „Villa Rustica“ handle. Auch die Bezeichnung „Weilfeld“ in Anlehnung an „Villa“ spreche dafür.

Inzwischen wurde das Umfeld des Römerkellers richtig repräsentativ aufgehübscht: neue Hinweistafeln am Treppenaufgang zum Römerkeller und davor mit informativen historischen Hinweisen. Die Informationstafeln wurden von Diplom-Designer (FH) Jürgen Kränzle konzipiert und von Bürgermeister Peter Traub und dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Karl Elmer, enthüllt.

Projektgruppe: „Die Römer in Oberkochen“

Dann traten die EAG-Schüler auf und entführten in einer szenischen Darbietung in die Welt der Römer. Stilgerecht in historischen Gewändern. Ulrike Birkhold ging auf die Arbeit der Projekt-Gruppe „Die Römer in Oberkochen“ ein. Das EAG habe die Patenschaft für den Römerkeller inne und dabei hätten die Schülerinnen und Schüler auch konkrete Vorschläge für eine Verbesserung des Umfelds gemacht. Mit der Überdachung des Römerkellers mit einer Glaskuppel habe es aus Kostengründen zwar nicht geklappt, nichtsdestotrotz zollte Birkhold der Stadtverwaltung ein dickes Lob für die Unterstützung.

Die historischen „Römereien“ endeten – auch zur Freude der zahlreichen Besucher – mit einem römischen Umtrunk mit Fladenbrot und Schafskäse.

Lothar Schell, Schwäbische Post

 
 
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