Wie es im Heimatmuseum weitergehen soll – Eine Fülle historischer Besonderheiten

Auch bei den Historikern herrscht derzeit pandemische Ruhe. Wie es bald weitergehen soll und was man zu bieten hat.

Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Richard Burger (l.), führt durchs Heimatmuseum. Foto: ls

Eigentlich ist das Heimatmuseum in der Aalener Straße ein ausgewachsenes Schatzkästchen lokaler und regionaler Historie. Aber derzeit ist es gespenstisch ruhig. Der Internationale Museumstag unter dem Motto „Museen für Vielfalt und Inklusion“ musste am 17. Mai gestrichen werden und auch mit den Öffnungen jeweils am ersten Sonntag des Monats ist es nichts. Ganz zu schweigen von Gruppen, die man gerne als Besucher im Heimatmuseum begrüßen würde.

„Wir haben viel zu bieten und wir machen gerne Führungen, wenn es Corona wieder zulässt“, so der zweite Vorsitzende des Heimatvereins Richard Burger im Gespräch mit dieser Zeitung. Er ist „maitre de plaisir“ bei den Führungen, mitunter sind auch der erste Vorsitzende Karl Elmer, Alfred Fichtner und Bärbel Schurr historisch bei Führungen unterwegs.

Wer schon einmal mental schnuppern will, der kann sich die Rosinen und Interessen rauspicken. Acht Räume stehen dem Heimatverein für die Ausstellung zur Verfügung. Im Raum eins geht es um die Geologie der Region, in Raum zwei um die Themen Vorgeschichte, Höhlen und Römer. Die Ausstellung ist akribisch aufbereitet – in Texten, Bildern und wertvollen Exponaten. „Viel Herzblut und Engagement steckt hier drin“, sagt Richard Burger beim Rundgang.

Raum drei ist den Alemannen gewidmet. Interessante lokale Aspekte bietet der vierte Raum, der sich dem „geteilten Dorf“ sowie der Köhlerei, der Bilz und der legendären „Schlackenwäsche“ widmet. In Raum fünf ist das Töpferhandwerk angesiedelt, in Raum sechs wird das mit Oberkochen eng vernetzte Bohrermacher-Handwerk präsentiert.

Raum sieben widmet sich dem Thema „Vom Dorf zur Stadt“ und der achte Raum steht für Sonderausstellungen zur Verfügung, die Jahrzehnte unter dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Didi Bantel zur Stadtfestwoche gehörte wie das Salz an die Suppe.

 

„Viel Herzblut und Engagement stecken hier drin“ – Richard Burger, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Oberkochen

 

Wer die Treppen zur Bühne hochsteigt, der findet landwirtschaftliche und häusliche Geräte von anno dazumal. Ein schier überquellendes Archiv hat Dietrich Bantel hinterlassen. „Wir planen eine Weiterentwicklung“, berichtet Richard Burger. Wenn es Corona zulässt, soll es losgehen im Schillersaal – dort, wo derzeit die Stadtbibliothek interimsweise ihr Domizil hat.

Von Schulen werde das Heimatmuseum gut angenommen, allen voran von den Fünftklässlern des Ernst-Abbe-Gymnasiums im Rahmen eines heimatkundlichen Tags, weil ein Teil der Schüler aus den Nachbargemeinden kommt.

Nicht außen vor lässt Burger, dass die Tage der offenen Tür jeden ersten Sonntag im Monat von zehn Uhr bis zwölf Uhr in Sachen Frequenz reichlich Luft nach oben haben. Luft nach oben gibt es zudem, was die Zusammenarbeit der beiden historischen Vereine in Oberkochen angeht. „Es ist Sache von Mühlen- und Heimatverein, wie man zusammenarbeiten kann“, sagte jüngst Bürgermeister Peter Traub. Gefragt sind in erster Linie die beiden Vorsitzenden Karl Elmer (Heimatverein) und Herbert Soutschek vom Mühlenverein. Eine Fusion wäre sinnvoll, das sagen viele in Oberkochen, auch Vereins- und Vorstandsmitglieder. Weil die Leute älter werden und bei beiden Vereinen die Personaldecke dünner wird.

 

 

 

Lothar Schell, Schwäbische Post

 
zurück

[Home]