Das Scheerermühlenareal und die Scheerermühle

Nur wenige Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Oberkochens (1337) ist im Rahmen eines Kaufvertrags bereits eine Mühle auf dem heutigen Gelände der „Unteren Mühle“ (Scheerermühle) nachweisbar (1358). Der älteste bekannte Lageplan der Mühle stammt aus dem Jahr 1751.


Lageplan des Mühlenareals aus dem Mühlenbuch von 1751
(zum vergrößern klicken)

Das Mühlenbuch von 1751, weist eine fast lückenlose Namensliste der Müller auf, die auf der „Unteren Mühle“ saßen. Schon Franz Balle hat sie auf Seite 125 in sein kleines Heimatbüchlein von 1953 übernommen (1985 berichtigt und ergänzt durch Christhard Schrenk).

1390 Johann Ravnest
1427 Hans Höfer
1478 Konrad Wünsch
1527 Hans Schnepf
1582 Josef Schaupp
Jeremias Ravnest
1691 Georg Ravnest
Wigliaus Ravnest
Johann Georg Blezinger
1750 Christian Blicklen
1760 Franz Kieninger
1765 Joachim Scheerer
Franz Scheerer
1800 Joachim Grupp
1830 Josef Stadelmaier
1877 Kapar Scheerer
1908 Kapar Scheerer
1963 Hans Scheerer – letzter Müller (1913 – 1990)
Elsbeth Scheerer (dessen Schwester) 1914 - 1995

Ab der Reformation (in Oberkochen 1553 von Herzog Christoph von Württemberg durchgeführt) waren 2/3 des Orts katholisch und den ellwangischen Fürstpröpsten unterstellt, 1/3, darunter die Untere Mühle, waren evangelisch und dem württembergischen Kloster Königsbronn unterstellt.

Die Vorgängermühle der heutigen Scheerermühle war kleiner als diese und hatte 4 Wasserräder aus Holz (Siehe Plan von 1751).

Anlässlich der Planung der jetzigen Mühle wurde 1877 ein Plan erstellt, in welchem die 4 alten Holzräder und das neue riesengroße metallene noch heute existierende Wasserrad zusammengezeichnet sind.


Lageplan des Anwesens von 1877
(zum vergrößern klicken)

Das Gesindehaus wurde 1827 an die Vorgängermühle angebaut und ist somit 50 Jahre älter als das heutige Mühlengebäude; es blieb vom Vorgängerbau stehen.

Beim Mühlenareal in seiner heutigen Form sind gegenüber seit 1877 zwei wesentliche Veränderungen festzustellen:

1) Erstellung des sogenannten „Ausding“-Gebäudes
   
2) Abbruch der alten baufällig gewordenen Scheuer im Jahr 1954 und die Errichtung einer größeren Scheuer im selben Jahr. An der SW-Ecke der neuen Scheuer, vis à vis des Wasserads, wurde bewusst ein Wandstück der aus der Zeit des dreißigjährigen Kriegs stammenden Vorgängerscheuer stehen gelassen.

zurück

weiter

[Home]          Seite 2 / 9