Auf den Spuren der Römer

Gestern war mal wieder kräftig was los am Römerkeller: 38 Viertklässler der Tiersteinschule informierten sich anlässlich eines kurzfristig angesetzten Wandertags unter Leitung ihrer Lehrerin Frau Zöllner und einer jungen Kollegin über die Zeit, da hierzulande die Römer das Sagen hatten. Dietrich Bantel, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Oberkochen, der den Römerkeller vor 42 Jahren zusammen mit seinen Oberstufenschülern freigelegt hatte, – einer der Schüler erzählte, dass sein Vater damals mitgegraben hat, – berichtete den hochmotivierten Schülern über die Römerstraße von Heidenheim nach Aalen, zum dortigen Reiterkastell mit 1000 Pferden, den Limes und die römischen Gutshöfe, über die die Soldaten und die Tiere mit Nahrung versorgt wurden.

Der Römerkeller ist einer dieser zahlreichen Gutshöfe. Sie erfuhren von dem erst jüngst entdeckten Bad, das in unmittelbarer Nähe des Römerkellers entdeckt wurde und der im Zusammenhang mit der Anlage und dem Bad zu sehenden nahen Quelle des Erlenbachs, wollten wissen, weshalb letzteres nicht ausgegraben werde, – und sie interessierten sich für Details wie die kürzlich hervorragend durchgeführte Restaurierung, für die Lichtschächte und die Nischen, was wohl in diesen gestanden habe, wie der Kellerboden ausgesehen habe, was die Rohre bedeuten, die anlässlich der jüngsten Restaurierung zur Abführung des Sickerwassers in die Mauer eingebracht worden waren, und erkannten anhand eines mitgebrachten Großfotos, dass das eigentliche Gebäude wesentlich größer war, als es angesichts des Kellers aussieht, da es bei dem Gebäude einen nichtunterkellerten Teil und eben den konservierten unterkellerten Teil gegeben hat.

Der Plattenweg um den Keller weist auf die eigentliche Größe des Gebäudes hin. Sie erfragten den Zeitraum, wann das Gebäude errichtet wurde, nämlich nur 150 Jahre nach Christi Geburt, und, dass das Gebäude ungefähr 100 Jahre lang »in Betrieb« war, denn um 250 nach Christus wurde es von den ins römische Reich einfallenden Germanen zerstört. Spannend war für sie, zu erfahren, dass Bruchstücke von Tongefässen den ersten Hinweis darauf gegeben hatten, dass es sich bei den im Acker entdeckten Mauern um römische gehandelt hat. Auch wussten sie noch nicht, dass die gesamten Funde, vor allem der Schlüssel zu dem Gebäude, die seinerzeit geborgen wurden, sich im Oberkochener Heimatmuseum befinden. Diesem soll in absehbarer Zeit ein Besuch abgestattet werden.

Dietrich Bantel

 
 
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