Gruppe 4 – Grenzsteine auf Oberkochener Gemarkung – Seite 1

Auf meine Bitte hin hat Oberforstdirektor Karl Schurr im Jahr 1986 für das damals unter meiner Federführung im Werden befindliche Heimatbuch einen 8-seitigen ausführlichen Artikel zum Thema „Grenzsteine – Zeugen der Vergangenheit“ geschrieben. In diesem Bericht sind über 30 Grenzsteine der Gemarkung Oberkochen – zumeist recht gut in schwarzweiß abgebildet. Die Steine sind zwar dem jeweiligen Besitzer oder Anlieger/Angrenzer zugeordnet, woraus sich allerdings leider keine genaue Standortbestimmung ergibt.

Zu Gruppe 4 hat unser Mitbürger Günther Schreiber, Oberkochen, Am Espenrain 7, in den Jahren 2010/2011/2012 auf meine Bitte hin eine ungewöhnlich ausführliche Dokumentation von Grenzsteinen erstellt, die momentan ca. 900 Foto-Belege (plusminus) umfasst. (Einige Belege ggflls. doppelt). Ca. 300 Fotos hiervon erscheinen verwertbar.

Diese Dokumentation wurde am Montag, 08.02.2012 zusammen mit Kreisarchivar Bernhard Hildebrand auszugsweise eingesehen. Es wurde beschlossen, dass aufgeteilt nach wesentlichen Flurnamen in den entsprechenden Gemarkungsbereichen jeweils einige wenige besonders markante Markstein-Beispiele dokumentiert werden.

Dr. Hildebrand bemerkte, dass diese Sammlung von Grenzsteinfotos nicht nur im gesamten Ostalbbereich sondern weit darüber hinaus „einmalig“ und von großer Bedeutung ist.

Die Zusammenstellung der „Dokumentation Kleindenkmale“ erfolgte durch Dietrich Bantel, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Oberkochen und Ehrenbürger der Stadt Oberkochen.

Wir werden bemüht sein, die Dokumentation im Lauf der Zeit vor allem durch aktuelles Bildmaterial und noch genauere Daten zu ergänzen. Diese Arbeit wurde unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit für eigene Oberkochener heimatkundliche Zwecke erstellt.

Dem Landkreis bleibt es unbenommen, nur die ihm geeigneten Objekte auszuwählen und den Text beliebig zu beschneiden.

Dietrich Bantel

Marksteine – Spurensuche an Oberkochens Grenzen von 1582 - 1820 und heute

 

5 A OK Heide – Ebnater Steige B
8 B Ebnater Steige – Spitziger Fels
11 C Spitziger Fels – Pulverturm D
14 D Pulverturm – Wollenloch E
16 E Wollenloch – Hagental F
18 F Hagental – Essinger Weg G
20 G Essinger Weg – Kuckuckstein H
23 H Kuckuckstein – OK Heide A
25 J Binnengrenze Aalen
26 K Römerkeller
29 Markstein-Beschriftungen

Es begann 2007 beim Pilze suchen: In der Nähe vom Kuckuckstein überraschten mich zwei schöne Marksteine auf einer Waldlichtung mit der Jahreszahl 1755 und der Darstellung eines Schlüssels – ich befand mich offensichtlich in einem Heiligenhau östlich vom Kuckuckstein (es gibt noch einen zweiten Heiligenhau oben am Volkmarsberg).

Wenig später begegnete mir auf der Mahd, hoch überm Wasserhaus der Fernwasserleitung, ein weiterer schöner Stein. Beides habe ich mit Fotos meinem Nachbarn Dietrich Bantel berichtet – und als er mich 2009 auf die landesweite Aktion »Kleindenkmale« aufmerksam machte und mich einlud, mitzumachen ……… da waren alle drei Marksteine nicht mehr aufzufinden.

Also höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme entlang unserer etwa 30 km langen Ortsgrenze! Inzwischen haben wir festgestellt, dass wir den größeren Teil der im Heimatbuch auf Seiten 260 - 267 (Schurr, 1986) abgebildeten wertvollen Marksteine entlang unserer Grenze nicht mehr gefunden haben.

Wenn wir annehmen, dass unsere Vorfahren die Grenzsteine so gesetzt haben, dass man von jedem Stein aus, den nächsten in Sichtweite hat, dann müssten früher einmal etwa 600 Grenzsteine – mehr oder weniger verziert – im Abstand von ca. 50 m gesetzt worden sein. An der heutigen Grenze zu Essingen, also von E - F ist dies noch recht gut verwirklicht, heute mit oranger Farbe gestrichen und mit einem 1m hohen Pfahl versehen (siehe Bild rechts), zur Vermeidung von Beschädigungen beim Holz rücken.

Noch anfangs des letzten Jahrhunderts wurde – z. B. auf Königsbronner Seite – der Zustand der Grenzsteine kontrolliert und schriftlich festgehalten.

Leider sind die Oberkochener Forstunterlagen nach Aalen und von dort nach Abtsgmünd »verlagert« worden und dort z. Zt „nicht auffindbar“.

So machte ich mich auf den Weg mit zwei Karten im Maßstab 1:25.000 von 1984 und 1995 (bei der 1999-Karte Oberkochen fehlen bereits teilweise die Markungs-Grenzen), mit Bantelschen Leihkarten und mit diversen bruchstückhaften Fotos aus den 1:10.000-Unterlagen vom Vermessungsamt. Oft begleitete mich meine Frau – sehr interessiert!

Es waren tolle Erlebnisse, und die Freude über manchen endlich gefundenen Stein war größer als über einen gefundenen Stein-Pilz (die sind noch viel seltener!). Nach über 2 Jahren sind bisher über 800 Bilder entstanden – auch das Fotografieren von moosbewachsenen Marksteinen mit oder ohne Blitz will geübt sein! Und erst später versuchten wir, die Koordinaten mithilfe des Navi aus unserem Auto gleich mit aufs Bild zu bringen.

Für die Aktion Kleindenkmäler wurden erst einmal 150 Bilder mit Figuren oder Buchstaben ausgewählt, diese auf die Hälfte reduziert und auf 10 ungleiche Abschnitte verteilt, und diese dann mit Kartenauszügen aus der Ostalbmap versehen. Bei der großen Bilderzahl kann ich nicht ausschließen, dass manche Steine nicht an der richtigen Stelle wiedergegeben sind – Entschuldigung!

Die Rundreise im Uhrzeigersinn beginnt am Heidehochhaus in Oberkochen. Einzelheiten des Weges möchte ich einer getrennten Arbeit anvertrauen, da diese ja für das Thema Kleindenkmale nicht wichtig sind – von ganz besonderen Ausnahmen abgesehen.

A Heide ohne Steine bis X, Steilabfall ins Kochertal, dort praktisch keine Marksteine, dann steiler Anstieg ohne Marksteine bis Y, dann mit vielen kleineren Marksteinen auf der Höhe rund um den Zwerenberg und über den Sauteich bis zur Ebnater Steige B.

Auf dieser Strecke A-B befindet sich der schönste Stein der ganzen Markung mit den 3 Seiten Nördlingen / Thurn und Taxis – Oberkochen mit umgedrehter Pflugschar – Ellwangen mit der stilisierten fürstprobstlichen Mithra.

Im gleichen Bereich beginnen auch schon die ersten württemberger Hirschgeweihe – es folgt eine Auswahl, auch aus der Nachbarschaft, und ein Neresheimer Zeichen.




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