Gruppe 3 – Oberkochener Kreuze
Gedenk- und Feldkreuze innerhalb und außerhalb Etters – Seite 1

Texte des Verfassers sind mit „DB“ gekennzeichnet, Texte von Helmut Gold mit „HG“

DB: Über die Kreuze, die vom 19. Jahrhundert bis zum Jahr 1973 errichtet waren, erschien im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ (BuG) am 14. September 1973 ein ausführlicher Artikel mit mittelmäßigen schwarz-weiß Abbildungen von den damals stehenden 12 Kreuzen. Verfasser: Pfarrer Anton Hug. Ein 13. Kreuz, das „Herrgottshäfnerkreuz“ ist darin nicht erwähnt. – Wir werden es als Kreuz 13 anfügen.
Der Bericht von Pfarrer Anton Hug wird ebenfalls beigefügt.

Als Grundlage für den Bericht von HG dienten auch die heimatkundlichen Blätter von Franz Balle von 1953, die 1978 von Josef Balle ergänzt und aktualisiert wurden.

Auf Seite 139 in einer Aktualisierung der heimatkundlichen Blätter von Franz Balle, sind 1953 bereits alle von Pfarrer Hug im Jahr 1973 erfassten Kreuze aufgeführt Außerdem ist dort als 13. Kreuz das Herrgottshäfnerkreuz erwähnt. Allerdings ist aus der Darstellung klar erkennbar, dass die Kreuze erst 1978 von Josef Balle in seiner Ergänzung der Blätter von Franz Balle aus dem Jahr 1953 aufgenommen sind.

Somit ist klar, dass die Darstellung von Pfarrer Hug aus dem Jahr 1973 eine eigenständige neue Arbeit desselben ist.

Hier folgt eine 2011/12 aktualisierende und erneut ergänzende Aufzählung von Helmut Gold (HG) mit interessanten neuen Details zu den 13 alten und den 3 neuen Kreuzen, sowie neuen Fotos von DB, die den alten gegenübergestellt werden – nach Möglichkeit in Bildpaaren.

Die Abmessungen der Kreuze müssen von uns noch nachgeliefert werden.

Das „Wetterkreuz“ (Doppelkreuz – in der Aufzählung von Pfarrer Hug Kreuz 2) nimmt in der Abhandlung eine Ausnahmestellung ein, da es den Verfasser im Zusammenhang mit dem Bau der Landeswasserversorgung vor 100 Jahren, insbesondere des Osterbuchstollens zur Zeit des 1. Weltkriegs, von jeher besonders interessiert hat und deshalb und aufgrund seiner überörtlichen Bedeutung besonders ausführlich beschrieben wird.

Die Reihenfolge, auch die Nummerierung der Kreuze, stimmt in der Arbeit von Helmut Gold nicht mit denen überein, wie sie im Amtsblatt am 14.09.1973 in Pfarrer Hugs und im folgenden Bericht, erfolgte. Zur besseren Orientierung sind in dem Bericht des Verfassers die Ur-Nummern aus dem Bericht von Pfarrer Hug von 1973 übernommen, zumal die Kreuze in Helmut Golds Bericht gar nicht nummeriert sind.

Die Reihenfolge der Beschreibungen der Kreuze in dem Bericht von Helmut Gold ist dem Bericht von Pfarrer Hug angeglichen. Das bei Pfarrer Hug ausgelassene Herrgottshäfnerkreuz wird den „neuen“ Kreuzen, die zwischen 1973 und heute dazukamen, wie bereits gesagt an erster Stelle (Nr. 13) zugerechnet.

Hinzu kommen zwischen 1973 und heute, 2012, 3 (?) neu errichtete Kreuze, sodass wir heute von insgesamt 16 Kreuzen auf Oberkochener Gemarkung berichten.

Aus eigenen Stücken werde ich ein 17. Kreuz dazunehmen, dem ich aus meiner Sicht ganz besondere Bedeutung beimesse. Es handelt sich um ein verwahrlostes und vergessenes umgestürztes kleines Holzkreuz, das vor ca. 10 Jahren zur Erinnerung an einen fürchterlichen Verkehrsunfall an der Nordrampe errichtet wurde.

Der Verfasser hat, da die Fotos, die dem Bericht von Pfarrer Anton Hug aus dem Jahr 1973 beigegeben waren schwarzweiß-Fotos sind, und die Kreuze vielfach verändert, ja teilweise an anderem Ort neu aufgestellt wurden, jedem alten schwarzweiß-Foto ein aktuelles Farbfoto gegenübergestellt.

Die Kreuze auf Oberkochener Gemarkung – Die Kreuze bis 1973

  1. Rodsteinkreuz (ca. 1850) auf dem Rodstein – 1961 – 2007 erneuert.
    Holzkreuz auf dem Rodstein (Wallfahrts- Dank- und Bittkreuz)

       

    (HG) „Kreuzerhöhung“

    Errichtet: Im Jahre 1851
    Eigentümer: Stadt Oberkochen

    Inschrift Vorderseite: Im Kreuz liegt das Heil
    Inschrift Rückseite: 1880
                                      1983 FB HE

    Das Rodsteinkreuz mit dem vergoldeten Christuskörper wurde 1889 durch Pfarrer Breitenbach geweiht.

    Die Initialen (große Anfangsbuchstaben) sind den zwei Restauratoren Franz Brunnhuber (FB) und Horst Eichentopf (HE) zugedacht.

    Das Kreuz steht auf einem großen Felsen, dem „Rodstein“, am Osthang von Oberkochen, oberhalb des Bahnhofes.

    Nach althergebrachter Tradition gehen die Gläubigen der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul alljährlich am Sonntag nach dem Fest der „Kreuzerhöhung“ (14. September) zur Wallfahrt auf den Rodstein. Dort beten die Gläubigen in ihrem Anliegen zu danken und zu bitten.

    Das Rodsteinkreuz wurde 1963 wegen sehr schlechtem Zustand erneuert. Eintrag in die Pfarrchronik: 02.10.1983 verspäteter Bittgang zum Rodsteinkreuz, weil wegen des morsch gewordenen Querbalkens das ganze Kreuz neugemacht und errichtet wurde. Es wurde auch neu eingeweiht. In den Sommermonaten 2007 wurde das Rodsteinkreuz sowie auch der Korpus von Malermeister Willi Schönherr neu restauriert. Der Korpus wurde mit Blattgold überzogen.

    Im Kirchenblatt für die Katholische Pfarrgemeinde Oberkochen, 2. Jahrgang Nr. 3 vom 9. März 1952 schreibt eine Frau, die unbekannt bleiben möchte, in stiller Andacht ein Gedichtchen, das in den Fastentagen uns besinnlich stimmen kann.

    Es folgt ein Gedicht von einer unbekannten Verfasserin:

    Das Kreuz auf dem Rodstein
    Schau auf das Kreuz auf Rodsteins Felsengründen
    wie es erglänzt im Abendsonnenschein ganz gülden.
    Schaut’s nicht herab auf uns am Kocherflusse
    als Mahnmal ernst zur Umkehr und zur Buße?

    Tief sinnend muß ich oft hier stehen
    und hoch auf diesen Berg aufsehen.
    Da frag ich dann: Ist’s nicht Kalvariens Berg,
    da unser Herr vollbracht hat sein Erlösungswerk?

    Im Geiste seh ich schleifen ihn den Kreuzesstamm,
    den trug für uns das heilige Gotteslamm.
    Voll Reue muß ich dann die Kniee beugen
    aus Dank, daß er solch Opfer bracht, der Liebe Zeugen.

    O, Herr, nimm doch von uns die große Schuld,
    denn du bist ja ganz voll Erbarmungshuld.
    O, breite deine Hände segnend aus!
    O, laß uns kommen, Herr am Ende in Dein Vaterhaus.


     

  2. DB: Wetterkreuz in der Ortshalde (Wolfertstal) (ca. 1916) nach dem 2. Weltkrieg und vor wenigen Jahren zum 2. Mal erneuert.

    Eigentümer des Kreuzes ist von jeher die Gemeinde, ab 1968 die Stadt.

    Aufgrund seiner Form (eigentlich Patriachenkreuz oder lothringisches Kreuz) wird das Kreuz im Volksmund vielfach nur das „Doppelkreuz“ bezeichnet. Bei den alten Oberkochenern heißt das Kreuz „Wetterkreuz“.

    Zum „Wetterkreuz“ im Wolfertstal hat der Verfasser im Zusammenhang mit seinen Nachforschungen zum Bau der Landeswasserversorgung im 1. Weltkrieg, sowie in diesem Zusammenhang dem „Osterbuchstollen“ mehrfach, auch bei der LW, recherchiert und ausführliche Berichte im Amtsblatt der Stadt Oberkochen „Bürger und Gemeinde“ (BuG) veröffentlicht. – Es handelt sich um die Berichte:
     

    1. 18.03.1988 – Bericht 9     von DB
    2. 17.11.2000 – Bericht 380 von DB
    3. 12.10.2001 – Bericht 404 von DB

    Kurzzusammenfassung: Das „Wetterkreuz“ wurde, nach bisherigen Ermittlungen, von französischen („Lothringer Kreuz“) Kriegsgefangenen, die bei der Gutenbachquelle (Hungerbrunnen) ein Lager hatten, um 1916 errichtet.

    Diese Zwangsarbeiter mussten, zusammen mit italienischen Kriegsgefangenen, den Osterbuchstollen für die Landeswasserversorgung ausheben.

    Der Aushub liegt noch heute im Wolfertstal beim „Wetterkreuz“ und wird im Volksmund als der „Stollen“ bezeichnet. Zum Zweck des Abtransports des Aushubs aus dem engen Tal ins Haupttal, wurde speziell eine kleine Eisenbahnlinie errichtet.

    Ein Gerücht, das sich seit fast 100 Jahren im Ort hartnäckig erhalten hat, demzufolge das Kreuz für einen bei den Arbeiten umgekommenen Franzosen errichtet worden sein soll, konnte trotz intensivster Nachforschungen, auch in den Originalakten bei der LW in Stuttgart, nicht belegt werden und wird hier endgültig als Märchen ad acta gelegt.
    Interessant ist, dass zur gleichen Zeit, da französische Kriegsgefangene an „unserem“ Osterbuchstollen arbeiteten, deutsche Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit an der Wasserfassung für die französische Partnerstadt Oberkochens, Dives-sur-Mer in der Normandie, verpflichtet waren…

       

    Nach der Gründung des Heimatvereins 1987 startete der HVO im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ eine bis heute laufende Serie zum Thema des 1986 erschienenen Heimatbuchs „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“.

    Zunächst lief die Serie als Rateserie. Frage zu einem Foto in der einen Woche, Auflösung in der nächsten Woche. (später wurde auf „Bild plus Text“ in ein und derselben BuG-Nummer umgestellt).

    Die Frage zu diesem Bild in BuG v. 11.03.1988 lautete: Aus welchem Anlass und während welcher Zeit verkehrte diese Lokomotive auf Oberkochener Gemarkung. Lösung im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ v. 18.03.1988.

    Aus technischen Gründen muss die LW-Karte auf die nächste, der Text zur Landeswasserversorgung auf die übernächste Seite genommen werden.

    HG hat in seiner Abhandlung zum Wetterkreuz im Wesentlichen auszugsweise aus den 3 folgenden im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ veröffentlichten DB-Berichten berichtet. Die schwer zu lesenden digitalen Übertragungen werden dem Bericht in guten Ablichtungen beigegeben.

    Siehe Bericht 9     von DB
              Bericht 380 von DB
              Bericht 404 von DB
     
  3. Kreuz vor dem kath. Friedhof (heute im Rondell Kreisverkehr Ecke Bahnhofstraße und Kapellenweg

    HG: Holzkreuz im Kapellenweg beim Katholischen Friedhof (Missionskreuz)

    Errichtet: Nicht bekannt
    Eigentümer: Stadt Oberkochen

    Inschrift Vorderseite: RETTE DEINE SEELE    FB
    Inschrift Rückseite :   keine                                   HE

    Oberhalb und unterhalb des Querbalkens ist ein Metallschildchen ohne Inschrift angebracht. Ob sich eine Inschrift auf den Rückseiten befindet, ist zur Zeit nicht bekannt.

    Das Kreuz wurde letztmals 1982 restauriert. Eintrag in die Pfarrchronik vom 04.12.1983: „Weihe des im vorigen Jahr erneuerten Kreuzes am Platze vor dem Katholischen Friedhof“.
     

  4. DB: Kreuz im Kreuzwasen – Inschrift „Errichtet im Kriegsjahr 1916“. Ein Gerücht, demzufolge das Kreuz früher auf der linken Straßenseite vor der Brücke gestanden haben soll, konnte nicht bestätigt werden. Da die nördlich an diesen Bereich angrenzende Flur, auf der auch die „Kreuzmühle“ steht, in der Urkarte von 1830, vor dem Entstehen der Kreuzmühle, als „Kreuzwiese“ ausgewiesen ist, und beim Landesdenkmalamt außerdem Richtung Unterkochen / Schrebergärten in diesem Bereich ein abgegangener Weiler namens „Kreuzheim“ registriert ist, steht zu vermuten an, dass sich im Zusammenhang mit diesen Gegebenheiten hier durchaus noch innerhalb der Oberkochener Gemarkung ein „Kreuz“ befunden haben muss. Ob das Vorgängerkreuz von 1840, das HG in seinem nachfolgenden Bericht zum gusseisernen Kreuz von 1916 nennt, im Zusammenhang mit der Flur „Kreuzwiesen“ gestanden hat, ist wohl schwer nachzuweisen.


  5. HG: Gusskreuz im Kreuzwasen (Engelsteinsträßle) (Bittkreuz)

    Errichtet: im Kriegsjahr 1916.
    Eigentümer: Stadt Oberkochen.
    Inschrift Vorderseite: Errichtet im Kriegsjahr 1916.
    Inschrift Rückseite: keine
    Eingeweiht von Pfarrer Heilig am 13.06.1917.

    Das Kreuz steht am Ende des Engelsteinsträßle (Kreuzwasen-Krautstrich) kurz vor dem ehemaligen Bahnübergang nach Unterkochen. Der Sockel wurde aus einigen mächtigen Findlingen aus der Brunnenhalde gemauert. Drei riesige Birken umsäumen das gusseiserne Kreuz.

    Siehe auch BuG „Heimatverein“ Feldkreuze und Bettelbrunnen, Bericht v. 12.07.1991

    Die Kocherzeitung vom 14. Mai 1916 schreibt:
    Oberkochen, 14. Mai (Neues Feldkreuz)
    Am 29. Juni – Peter und Paul – 1910 wurden die neuen Stationen (Kreuzwegstationen) der Wiesenkapelle entlang, eingeweiht.
    Am 15. August – Maria Himmelfahrt – 1915 der Ölberg zu Beginn des Kreuzwegs.

    Ein Sturm im Februar 1915 brachte das alte, in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts (1840) erstellte Feldkreuz am Ende der Stationen zu Fall. An Stelle des Holzkreuzes tritt jetzt ein schmiedeeisernes, das auf einem mächtigen „Findling“ aus der der Brunnenhalde ruht. Die Einweihung nahm Pfarrer Heilig am Nachmittag des Bittsonntags vor. Von der Pfarrkirche aus zum Kreuz bewegte sich eine stattliche Bitt- und Kriegsprozession. Vor der Weihe sang der Kirchenchor ein Lieg. Möge „Das Kreuz am Wege“, – dieser Gedanke lag der kurzen Predigt zu Grunde – allen Vorübergehenden und Betenden den Segen und Trost des „Gekreuzigten“ spenden, zumal dem Kreuzträger im Kriege.
     

  6. Feldkreuz im Weilfeld an der Weggabelung Ebnater Steige/Ochsenberger (neu? Feldkreuz beim „Römerkeller“)

    HG: Holzkreuz beim Römerkeller (Parkplatz) (Dank und Primizkreuz)

    Errichtet im Jahr 1949 von Familie Josef Weber (Rose) (1891 – 1976) als Dank für schadlos überstandenen 2. Weltkrieg errichtet.

    Eingeweiht durch den Ortspfarrer Rudolf Hager am Sonntag, 24.07.1949.

    1995 erneuert von Familie Franz Weber (Rose), (geb. 1935) als Primizkreuz.

    Neu geweiht von seinem Sohn und Neupriester Martin Weber am Sonntag, dem 09.07.1995.

    Eigentümer: Geschwister Weber Franz, geb. 1935, Josef, geb. 1931, sowie die Kinder von Franz Weber Matin, Wolfgang, Sabine.
    Inschrift Vorderseite: 1949 – 1995

    Inschrift linke Seite (Messingtafel): „Kreuz beim Römerkeller“ erstellt
    Erstmals 1949 als Dankkreuz, erneuert 1995
    Als Primiz- und Dankkreuz Fam. Weber

    Das Holzkreuz wird links und rechts von zwei kleinen Thujabüschen umsäumt.

    In den Nachkriegsjahren trafen sich „auf der Weil“ Wallfahrer und Spaziergänger zur Wanderung durch den Wald nach Maria Eich. Außerdem war mit ein Grund für die Errichtung, dass in der östlichen Flur der Markung kein Feldkreuz vorhanden war, und sich der erhöhte Platz an der Wegkreuzung mit der schönen Sicht auf den Ort günstig anbot.

    1995 wurde Martin Weber, Sohn des Franz Weber (Rose) zum Priester geweiht. Aus diesem Anlass wurde das 1949 errichtete Kreuz erneuert und dem jungen Priester zu Primiz geweiht. Seit dieser Zeit ist das Kreuz ein Dank- und Primizkreuz.

    Vor dem Kreuz steht eine Ruhebank, welche zum Verweilen einlädt. An der Lehne sind folgende Worte eingeschnitzt:

    „Aus Gottes Liebe kommt die Kraft“ (DB: Diese Inschrift wurde von Eugen Weber gefertigt)

    Erläuterung von HG: Primiz: Erstes Messopfer, das ein neugeweihter Priester nach der mit dem weihenden Bischof konzelebrierten Messe feiert, meist in der Heimatgemeinde des Neupriesters (Oberkochen).
     

  7. DB: Kreuz an der Aalener Straße – (Arnolds-Kreuz) nahe der Einfahrt zum ehem. Kaltwalzwerk – südl. Gebäude Aalener Straße 21 (Villa Walther-Röchling – heute Praxis Thomas Böttcher) – Einfahrt durch Neubau Edekamarkt 2012 verändert.

    HG: Holzkreuz – Arnoldskreuz (Bittkreuz)

    Errichtet von Georg Arnold – Jahreszahl nicht bekannt.
    Eigentümer: Georg Arnold, Josef Arnold, Rosa Arnold und Familie Bullinger
    Inschrift: Vorderseite: RETTE DEINE SEELE
    Inschrift Rückseite: keine

    Das Kreuz wurde von dem Bauern Georg Arnold erstellt. Seine frühere Hofstelle stand im Pfarrgässle – Bühlstraße 34 gegenüber dem katholischen Pfarrhaus. Dieses Anwesen gehörte damals den Eheleuten Josef und Rosa Arnold. Beim späteren Verkauf eines Grundstücks an der Aalener Straße an die Firma Kaltwalzwerk behielt Arnold einige Quadratmeter ein, mit der Vereinbarung, dass dieses Kreuz nicht entfernt werden dürfe.

    Vor dem 2. Weltkrieg wurde die Christusfigur neu vergoldet und in den Jahren 1958-1960 ein neues eichernes Kreuz durch den Bauern Josef Arnold erstellt.

    Das Kreuz steht auf der rechten Straßenseite bei der alten Einfahrt zum Kaltwalzwerk (Aalener Straße 52) in Richtung Aalen.

    Familie Eugen Bullinger erbte 1971 das Anwesen der Familie Arnold. 1993 nach der endgültigen Testamentseröffnung ging das inzwischen neu gebaute Haus in den Besitz der Familie Eugen Bullinger über. Ab dieser Zeit ist die Familie Bullinger für den Erhalt des Feldkreuzes, welches 1983 in Schwäbisch Gmünd neu renoviert wurde, verantwortlich.
     

  8. Kreuz an der Heidenheimer Straße vor den Leitzhäusern etwa auf der Höhe Fa. Brunnhuber.

    HG: Holzkreuz – Heidenheimer Straße (Dank-und Bittkreuz)

    Errichtet: Nicht bekannt – erneuert 1948
    Eigentümer: Franz Josef Brunnhuber (1904-1959). Danach sein Sohn Franz Bernhard Brunnhuber (Geb. 1936)
    Inschrift Vorderseite: keine
    Inschrift Rückseite: keine

    Das Kreuz steht ca. 100 m von der alten Villa* der Firma Oppold in Richtung Königsbronn an der rechten Straßenseite gegenüber dem ehemaligen Stellwerkhaus der Deutschen Bundesbahn.

    Der Familie Brunnhuber sind die vorherigen Besitzer nicht bekannt.
    HG schreibt ferner:

    Zimmermeister Franz Josef Brunnhuber (geb. 21.11.1904 – gest. 17.11.1959) schrieb im Jahre 1948 folgende Worte für seine Nachkommen auf:

    „Im Jahre 1933 kam die nationalsozialistische Arbeiterpartei mit dem Führer Adolf Hitler an die Macht und es gab nur noch eine Diktatur. Dieser Platz wurde ein Sportplatz und das Kreuz, das von alters her schon hier stand, verwitterte. Der Zeitgeist Hitlers schenkte dem Kreuz keine Achtung, so versprach ich mit Hilfe der Firma Leitz, das Kreuz zu erneuern. Jedoch die Zeit und die Umstände verschoben die Sache von Jahr zu Jahr.

    So musste ich am 26.01.1942 in den Krieg ziehen. Ich versprach, wenn ich gesund wiederkehre, werde ich das Kreuz neu erstellen.

    Am 01.02.1946 kehrte ich bereits aus der amerikanischen Gefangenschaft zurück und es dauerte nun zwei volle Jahre, bis ich die Möglichkeit hatte, mein Versprechen zu erfüllen.

    Die Eiche zum Stamm kaufte ich im Kirchenwäldle Petershau. Im Sägwerk Bullinger in Hüttlingen wurde sie eingeschnitten und in meiner Zimmerwerkstatt wurde das Kreuz zugerichtet mit Hilfe meines Zimmergesellen Anton Holz **.

    Der Christuskörper, welcher aus Metall war, hatte Hans Kaiser in Iggingen seinerzeit zur Reparatur bekommen. Dieser konnte aber leider bei ihm nicht mehr vorgefunden werden, sodass er einen solchen aus Holz schnitzte. Heute, Himmelfahrt, den 06.04.1948 kann das Kreuz nun erstellt und eingeweiht werden, durch den hochw. Herrn Pfarrer Jans. Alle Anliegen meiner Familie lege ich in diese Weihe.“

    HG erläutert weiter:
    *Alte Villa der Fa. Oppold in der Heidenheimer Straße 84 wurde am 8. September 2004 abgebrochen. (Siehe BuG – Oko-GLA – Bericht 468). An gleicher Stelle entstand ein neues, modernes Firmengebäude der Firma Leitz.

    ** Anton Holz, Zimmermann – geb. 10.03.1895, geset. 24.01.1957 (Onkel von Linus Holz, geb. 11.12.1933, gest. 06.11.2008)
     

  9. Das Mauserkreuz. – Holzkreuz von 1888 nach Ortstafel links in der Heidenheimer Straße. Das Kreuz wurde 1976 restauriert. Es stand ursprünglich ortsauswärts einiges hinter der Oko. Ortstafel am linken Straßenrand unter riesigen Kastanienbäumen Richtung Heidenheim. 2009 wurde es von Herrn Guido Wunderle restauriert und versetzt. Es steht jetzt vor dem Gebäude Heidenheimer Straße 71 bei der ehem. Tankstelle.



    HG: Errichtet: Im Jahre 1888 von Josef Mauser (05.10.1847 – 31.12.1910) Mühlenarzt bezw. Mühlen- und Altarbauer.
    Eigentümer: Guido Wunderle
    Inschrift Vorderseite: JM 1888/1976 – 1. Restaurierung durch die Fa. Bernhard Brunnhuber.
    Rückseite: Keine Inschrift

    Das Kreuz stand gegenüber der Firma Böhlerit (ehemals WIGO) zwischen zwei mächtigen Kastanienbäumen, an der linken Straßenseite Richtung Königsbronn. Das Kreuz war in einem sehr schlechten Zustand. Im Jahr 2001 bekam Guido Wunderle von der Firma Carl Zeiss die Eigentumsrechte für das Kreuz ohne Grundstück. Im Jahre 2002 wurde das Kreuz von Guido Wunderle zur Restaurierung entfernt, da der Kopf der Christusfigur mittlerweile abgefault war.

    Guido Wunderle versprach: Das Kreuz wird nach der Restaurierung in der Heidenheimer Str. 71 auf dem Grundstück von Guido Wunderle aufgestellt. Dieses Kreuz ist in Alt-Oberkochen und im Volksmund als das sogenannte „Mauser-Kreuz“ bekannt. Dieses Kreuz wurde 1888 von Josef Mauser aufgestellt.

    Josef Mauser war Mühlenarzt und in seinen Jugendjahren auch Altarbauer. So soll er an der Erbauung eines Altares in Horb am Neckar beteiligt gewesen sein.

    Josef Mauser war der Schwiegersohn des Schultheißen Michael Wingert (16.07.1826 - 5.12.1899)

    Nach der Familienüberlieferung soll dieser Michael Wingert Josef Mauser zur Erstellung dieses Kreuzes angeregt haben. Im Hause Wunderle (Bierhallen Fischer) Heidenheimerstraße 71, sind noch einige von Mauer gefertigte Kreuze vorhanden.

    Guido Wunderle löste sein Versprechen ein. Am Dienstag, dem 30 Juni 2009 weihte Pfarrer Andreas Macho das prächtige Kreuz im Beisein von Bürgermeister Peter Traub sowie zahlreicher Gläubigen der katholischen Kirchengemeinde (auf dem Grundstück von Guido Wunderle, Hdh.Str. 71) ein.
     

  10. Feldkreuz, früher an der Katzenbachstraße vor Gebäude 72, Das sogenannte „Vetterkreuz“ steht seit den späten Achtzigerjahren an der Kapellensteige rechts auf der Höhe gegenüber Beginn des städtischen Friedhofs – Gusskreuz 1954.

    HG: Gusskreuz an der Kapellensteige (Vetterkreuz) (Bittkreuz)
    Errichtet: Nicht bekannt
    Eigentümer: Katholische Kirchengemeinde (Stiftung)
    Inschrift Vorderseite: keine
    Inschrift Rückseite: keine

    Der Standplatz dieses Kreuzes (zunächst Holzkreuz) war ursprünglich am früheren Weingartenweg (heutige Kapellensteige). Das damalige Holzkreuz, welches beim Straßenbau entfernt wurde, soll die Inschrift „Simbert Scherr“* getragen haben. Das Erstellungsdatum dieses Holzkreuzes ist nicht bekannt. Zwei Zeitzeugen konnten sich noch an dieses Holzkreuz erinnern.

    Das heutige Gusskreuz ist im Jahr 1954 von der Familie Vetter/Scherr nach dem Neubau ihres Hauses im Katzenbach (Ecke Kapellensteige) angebracht worden.

    Im Jahr 1985 wurde das Haus umgebaut und vergrößert. Nun stand das Kreuz wiederum im Wege und es musste abermals ein neuer Standplatz gefunden werden. Die Familien Strobel und Vetter, welche bis 1985 die Eigentümer waren, schenkten Anfang Dezember 1987 das Gusskreuz der Katholischen Kirchengemeinde.

    Rochus Hug, damals Mesner, ließ das Kreuz bei der Firma Jakob Schmid wieder herrichten, da es nach dem Ausgraben beschädigt worden war. Das Kreuz stand vorher einige Zeit im Katholischen Pfarrhaus. Malermeister Adolf Hausmann gab dem Kreuz einen neuen Anstrich und es wurde wieder aufgestellt. Während der Öschprozession an Christi Himmelfahrt, dem 12.05.1988 wurde das Kreuz von Pfarrer Jan Snoeren eingeweiht.

    Es steht heute an der rechten Straßenseite ca. 100 m oberhalb der „TSVO-Gaststätte“ an der Kapellensteige – Abzweigung zur Landschaftsgärtnerei Scholl (ehemals Linus Holz) auf dem Grundstück der Frau Angela Brunnhuber geb. Gold (Zimmerei).

    Eintrag in der Pfarrchronik vom 17.12.87 (Pfarrer Jan Snoeren) Anfang Dezember: Das sogenannten „Vetterkreuz“, früher vor dem Hause der Familie Vetter, Katzenbachstraße, wurde von den Angehörigen der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt und von der Firma Wingert in der Flur zum Friedhof hinauf aufgestellt.

    Eintrag in der Pfarrchronik vom 12.05.88:
    Während der Öschprozession wurde das neuerrichtete Vetterkreuz geweiht.
    *Simpert Scherr war Oberkochener Bürger
    Simpert Scherr (Wagner) römisch-katholisch
    Geb. 16.09.1790 in Oberkochen
    Gest. 24.10.1856 in Oberkochen (gesehen auf der Ahnentafel der Fam. Gentner, Zimmerei in Ebnat).
    Heirat 30.01.1816 mit Beck, Maria
    Geb. 25.11.1796 in Oberkochen
    Gest. 25.08.1865 in Oberkochen.

    Demzufolge müsste das alte Holzkreuz vom Weingartenweg eines der ältesten Kreuze auf Oberkochener Gemarkung gewesen sein.
    (DB: Ich gehe davon aus, dass es in den Kreuzwiesen ein älteres Kreuz gegeben hat).

    HG: Im August des Jahres 2009 wurde das Gusskreuz von hirnrissigen Idioten und Vandalen grundlos am Sockel abgebrochen und zerstört. Malermeister Willi Schönherr übernahm die vollständige Restaurierung.
     

  11. Kreuz an der Katzenbachstraße vor Gebäude Balle – (nahe Geb. 72) an der langgezogenen Kurve der Langerstraße beim Abzweig Heideweg.

    HG: Holzkreuz (Ecke Katzenbachstraße/Heideweg) (Bittkreuz)
    Errichtet im Jahre 1888 von Josef Balle (geb. 08.04.1851, gest. 09.04.1938) und dessen Schwager Josef Holz.
    Eigentümer: Aloysius Balle, Feigengasse (geb. 12.04.1898, gest. 21.10.1981) und danach sein Sohn Bruno Balle (Gipsermeister (geb. 03.05.1938, gest. 18.02.2008)
    Eingeweiht 1888 durch Pfarrer Breitenbach (2. Ehrenbürger der Gemeinde Oberkochen am 11.08.1894)
    Inschrift Vorderseite: keine
    Inschrift Rückseite: keine.

    Das erste Kreuz hatte die Initialen JB für JosefBalle und JH für Josef Holz. Dieses Hochkreuz steht vor dem Hause Balle (Gipsermeister) am Ende der Katzenbachstr 72 – Ecke Heideweg.

    Josef Balle war Gemeindepfleger, Rechner der damaligen Spar- und Darlehenskasse und Vorstand sowie Waldmeister der Realgenossenschaft. Josef Holz war ein Schwager von Josef Balle.

    Das Kreuz wurde 1929 zum 1. Mal erneuert (man weiß nicht von wem?) und 1972 zum 2. Mal erneuert von Bruno Balle. Das Kreuz steht heute seit dem Jahr 1972 in der 3. Generation an seinem jetzigen Standplatz.

    Am Fuße des Kreuzes war ab dem Jahre 1929 eine kleine Tafel mit dem folgenden Spruch angebracht.

    Hier in dieser schönen, blumenreichen Flur
    Siehst Du des großen Gottes Spur,
    und willst Du ihn noch schöner sehen,
    so bleib an diesem Kreuze stehen.

    Erzählt von Anton Balle (geb. 1932, Katzenbach 15, Bruder von Bruno Balle (Stadtrat)

    Nach 39 Jahren war das Kreuz in einem sehr schlechten Zustand und drohte umzustürzen. Es konnte nicht mehr restauriert werden. Frau Heidrun Balle entschloss sich, ein neues Kreuz (es ist das viert seit 1888) zu errichten. Am 15.4.2011 wurde es vom Schreinermeister Blessing aus Wasseralfingen entfernt.

    Schreinermeister Hubert Schuster aus Rainau/Schwabsberg fertigte das neue Kreuz, welches am 113.05.2011 wieder aufgestellt wurde. In mühevoller und künstlerischer Kleinarbeit wurde der Metrallkorpus von Franz Holdenried restauriert.

    Unter große Beteiligung der Bevölkerung weihte Pfarrer Macho von der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul am Sonntag, dem 5.6.2011 das neue Kreuz ein. Sein Weihespruch waren die Worte „Groß ist Gott in der Natur, willst Du ihn noch größer sehen bleibe vor einem Kreuze stehen“.

    Der gleiche Weihespruch steht auf einer Metall-Gussplatte, welche ebenfalls von dem Hobby-Künstler Franz Holdenried gestaltet und gestiftet wurde und auf der Vorderseite des Kreuzes angebracht ist.

    Der Text auf dem Täfelchen des Weihespruchs lautet wie folgt:

    WILLST DU IHN NOCH GRÖSSER SEHEN
    BLEIBE VOR EINEM KREUZE STEHEN.

    Das 1. Kreuz wurde 1888 von Pfarrer Breitenbach, das 2. Kreuz 1929 von Pfarrer Anton Riek, das 3. Kreuz 1972 von Pfarrer Konrad Forster und das 4. Kreuz von Pfarrer Andreas Macho eingeweiht.


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