Einladung zur 59. Kleinen Fahrt nach Ulm / Neu-Ulm mit Exkursion zu den Festungsanlagen der Bundesfestung Ulm und Besuch des Museums der Brotkultur am Samstag, 23. September 2017

Wie in den vergangenen Jahren mit den „Kleinen Fahrten“ an die Donau nach Dillingen, Lauingen und Faimingen, ins Ries und an die Wörnitz mit Besuchen kunsthistorisch und museal interessanter Orte in Minderoffingen, Wassertrüdingen, Auhausen, Oettingen und zuletzt im Juli dieses Jahres auf die Harburg, wollen wir mit der 59. Kleinen Fahrt die Anlagen der ehemaligen Bundesfestung Ulm kennenlernen und dem Museum der Brotkultur in der Ulmer Altstadt einen Besuch abstatten.

Wir beginnen unsere Exkursion mit einigen der interessantesten Besichtigungsobjekten der „Bundesfestung“ Ulm, welche neben den Festungsanlagen in Landau, Luxemburg, Mainz und Rastatt eine von fünf Bundesfestungen des „Deutschen Bundes“ war. Sie war im Jahre 1859 fertiggestellt worden und galt seinerzeit mit ihrer polygonalen Hauptumwallung von rund 9 km als Europas größte Festungsanlage.

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons im Jahre 1815 war man sich im aufkommenden Zeitalter der Restauration einig, dass eine Sicherung der Länder auch nach innen zu erfolgen habe. Die Bundesfestungen waren hierbei eines der wenigen Projekte des Deutschen Bundes, die von diesem finanziert und neben dem Aus- und Neubau zahlreicher weiterer Landesfestungen im 19. Jahrhundert auch verwirklicht wurden.

Die Bundesfestung Ulm wurde im Zeitraum von 1842 bis 1859 vom preußischen Festungsbaudirektor Oberst Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron entworfen und unter seiner Leitung erbaut. Die Leitung auf bayerischer Seite hatte ab Dezember 1843 der Major Theodor Ritter von Hildebrandt inne. Über 10.000 Arbeiter waren bei ihrer Errichtung tätig. Die Festung ist als geschlossener, polygonförmiger Mauerring um die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm konzipiert, der in einiger Entfernung eine Reihe von Forts vorgelagert sind. In Friedenszeiten sollte die Festung 5.000 Soldaten des Bundesheeres beherbergen, für den Eintritt des Ernstfalles bis zu 20.000 Soldaten; weiterführende Planungen sahen sogar eine Erhöhung bis auf 100.000 Soldaten vor. Die gesamten Baukosten der Festungsanlagen werden auf 16.500.000 Gulden geschätzt.

Da die Bundesfestung Ulm im Gegensatz zu anderen Festungen wie beispielsweise Rastatt nicht unter die Bedingungen des Versailler Vertrags fiel, mussten die Anlagen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nicht geschleift werden. Dennoch sind viele Teile der Festung nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und danach in den Jahren des Wiederaufbaus und der Ausweitung des Stadtgebiets unwiderruflich verschwunden. Der Verfall bedroht einen weiteren großen Teil der Anlagen, was in besonderem Maße für einige Forts und die betonierten Anlagen der Reichsfestung zwischen 1901 und 1916 gilt.

Anfang der 1960er Jahre gefährdeten umfangreiche Bauarbeiten, wie zum Beispiel die neue Stadtautobahn („Westring“) auf Ulmer Seite vor allem die Festungsbauwerke der westlichen Stadtumwallung. Einige engagierte Bürger, allen voran die Herren Dr. Otmar Schäuffelen und H. Pflüger konnten aufgrund ihrer von den Intentionen des Denkmalschutzes her motivierten Anstrengungen wenigstens einige der markantesten Bauten wie das „Blaubeurer Tor“ retten. Es steht heute unter der Wallstraßenbrücke sozusagen „symbolisch“ für das Für und Wider, wenn es um den Umgang mit denkmalsgeschützten Bauwerken geht.

Für den Neubau der Fachhochschule Ulm wurde die untere Gaisenbergbastion, und für eine Straßenerweiterung das „Augsburger Tor“ in Neu-Ulm (aus heutiger Sichtweise) unnötig geopfert. In jenen Jahren wurde auch der Gedanke geboren, die Festungsbauten systematisch zu erforschen und vor allem zu dokumentieren.

Dieses zunehmende Interesse führte im Jahre 1974 zur Vereinsgründung des „Förderkreises Bundesfestung Ulm e.V.“, deren Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit – Führungen“ interessierten Besuchern den Umfang der Sanierungsanstrengungen anschaulich machen will. Seit Jahren steigt so das Interesse an diesem einmaligen Bauwerk und der Verein ist ein Musterbeispiel für die aktive Arbeit für den Denkmalschutz.

Das Exkursionsprogramm des Heimatvereins Oberkochen beinhaltet eine von einem Festungsführer begleitete Rundfahrt mit unserem Reisebus, der folgende Besichtigungsobjekte ansteuern wird:

  1. Ulm, Wilhelmsburg Werk XII, Prittwitzstraße 100 (Treffpunkt): Einführungsvortrag in der Museumsinsel – anschließend Kurzbesichtigung des riesigen Bauwerks mit seinem Innenhof.
  2. Ulm, Fort Albeck, Werk XXXIX, Albecker Steige: Erklärung eines Außenforts mit Kurzbesichtigung des bogenförmigen Reduitgebäudes mit Innenhof.
  3. Neu-Ulm, Bastion 7, Turmstraße: Innenbesichtigung eines Kriegspulvermagazins unter dem alten Neu-Ulmer Wasserturm. Anhand eines großen Modells kann hier der Bau und die Funktion des Festungsbaus auf der rechten Seite der Donau (Neu-Ulm) erklärt werden.
  4. Ulm, Ehinger Tor Werk II, Ehinger Straße: Vorbeifahrt mit Erklärung eines der Haupttore der Stadtumwallung.

Die Erkundung wird ca. zwei Stunden in Anspruch nehmen. An die Ausrüstung und Bekleidung werden keine besonderen Anforderungen gestellt, da es sich überwiegend um eine Busrundfahrt handelt, festes Schuhwerk ist allerdings empfehlenswert!

Nach dem Abschluss des Besichtigungsprogramms fahren wir dann weiter in das nahegelegene Ulm-Grimmelfingen, wo wir das gemeinsame Mittagessen im Hotel-Gasthof „Hirsch“ einnehmen werden.

Nach stattgehabter Stärkung geht die Reise weiter in die Ulmer Stadtmitte, wo wir zu einer Führung im „Museum der Brotkultur“ (ehemals bekannt als „Deutsches Brotmuseum Ulm“) angemeldet sind. Gegründet wurde das Museum im Jahre 1955 von dem Unternehmer Willy Eiselen und seinem Sohn Hermann Eiselen. Ihr Anliegen war es, die Bedeutung von Brot für den Menschen anschaulich zu machen. So verstehen sich die Ausstellungen als ein „Wissensmuseum“, welches die gegenseitigen Verflechtungen der Evolution der Getreidenutzung und der Brotherstellung mit der kulturellen Entwicklung der Menschheit umfassend darstellt.

Dazu gehören natur-, technik und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung ebenso wie das Verständnis von Brot als Sinnbild für das Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Ein besonderes Gewicht legt das Museum auf die Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrungsmitteln allgemein in der Geschichte und in der Gegenwart.
Untergebracht ist das Museum inmitten der Ulmer Altstadt im 1592 erbauten Salzstadel, einem herrschaftlichen Renaissancegebäude, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Lagerhaus für Getreide, Salz und andere Güter diente.
Hochrangige Kunstwerke des 15. bis 21. Jahrhunderts begleiten uns als Exponate auf unserem Rundgang. Sie zeigen, wir tief und vielschichtig das Motiv „Brot“ bzw. „Getreide“ in unserer Kultur verankert ist.

Nach der Führung besteht die Möglichkeit zu einer weiteren Einkehr oder Kaffeepause vor Ort oder sonstige Zeit zur freien Verfügung in der Ulmer Innenstadt, bevor wir die Heimfahrt nach Oberkochen antreten werden (gegen 17:30).
Für die Durchführung der 59. Kleinen Fahrt haben wir einen Reisebus der Firma Beck+Schubert reserviert.

Treffpunkt zur Abfahrt: Bushaltestelle vor der VR Bank in der Heidenheimer Straße 8:30 Uhr (der Bus steht ab 8:15 zum Einsteigen bereit).
Der weitere Ablauf stellt sich wie folgt dar:
09:30 Uhr: Beginn der Besichtigung der Bauwerke der Bundesfestung Ulm
12:00 Uhr: Einkehr und Mittagessen in Ulm-Grimmelfingern im Hotel-Gasthof „Hirsch“
14:00 Uhr: Besichtigung und Führung im „Museum der Brotkultur“ in Ulm
15:30 Uhr: Zeit zur freien Verfügung in der Ulmer Innenstadt
17:30 Uhr: Rückfahrt nach Oberkochen
18:30 Uhr: Rückkehr in Oberkochen (Kreissparkasse).

Der Unkostenbeitrag für die Teilnahme an der 59. Kleinen Fahrt (Kosten für Reisebus und Eintritte / Spenden für Führungen etc.) beträgt 35 Euro. Der Betrag ist bar im Bus zu bezahlen.
Wir bitten um vorherige Anmeldung bei Frau Barbara Schurr (Tel. 8619) oder Herrn Alfred Fichtner (Tel. 5291).

Karl Elmer
1. Vorsitzender

 
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