58. „Kleine Fahrt“ des Heimatvereins

Am Samstag, 22. Juli 2017, startete ein ziemlich vollbesetzter Omnibus um 9:30 Uhr zur Harburg an der Romantischen Straße unter der Regie von Paul Hug. Sie zählt zu den größten, ältesten und am besten erhaltenen Burganlagen. Bei der Führung durch die Harburg erlebte man fast 900 Jahre Geschichte: Vorbei an Schießscharten, Gefängniszellen, Toren und Türmen blickten wir hinein in die Welt des Mittelalters. Der Wehrgang erzählt von früheren Verteidigungsmöglichkeiten, während Gefängnistürme, Verlies und der einstige Gerichtssaal das Rechtssystem bis ins 19. Jahrhundert dokumentieren. Der neusanierte Saal- und Fürstenbau waren einst Residenzgebäude und geben bis heute Einblick in das herrschaftliche Leben. Lohnenswert auch ein Blick in die barocke Schosskirche St. Michael. Man konnte auch die Entstehung der mittelalterlichen Begriffe „unter die Haube kommen“, „das passt auf keine Kuhhaut“ oder „Holzauge sei wachsam“ kennenlernen.

Nach dem vorzüglichen Mittagessen in der Burgschänke gab es anschließend eine musikalische Überraschung zum Staunen: Die „Königin der Panflöte“, Daniela de Santos, gab ein kurzes Konzert nur für uns! Auf dem Bockberg erläutere Paul Hug die Entstehung des Rieskraters, ehe es zu Kaffee und Kuchen zur Waldschenke Eisbrunn ging. Bei Alerheim standen dann erschütternde historische Ereignisse um eine der blutigsten Schlachten im 30-jährigen Krieg am 3. August 1645 auf dem Programm: 8000 Gefallene in ein paar Stunden, 3000 bei der bayerisch-kaiserlichen, 5000 Tote bei der französischen Armee, völlig verwüstete Dörfer, wenige Überlebende auch in zahlreichen anderen Dörfern... Ein so richtig interessanter Tag, man freut sich schon auf weitere „kleine Fahrten“.

Paul Hug

 
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