Falsch gelandet

Hinten im Katzenbach lebten – nennen wir sie mit ihren Hausnamen – der „Hugaseff“ und der „Zelle“. Bei letzterem hatte man ziemlich viele Kinder. Abends, wenn alle im Haus waren, ging’s munter her, und der „Zelle“ musste hin und wieder ein Machtwort sprechen, und alle, die noch herumhupften, wurden gnadenlos ins Bett gescheucht.

Als wieder einmal alles drunter und drüber ging, ließ der „Zelle“ seinen üblichen Plärrer los: „Ab on nauf en’d Beddr – aber älle, on zwar glei!“

Wenn der „Zelle“ mit erhobener Stimme sprach, war, wie gesagt, Feuer unterm Dach angesagt, und es gab keine Widerrede. So verzog sich der eben noch putzmuntere Kindersegen mucksmäuschenstille nach oben, und es herrschte umgehend Ruhe im Hause „Zelle“.

Doch diesmal geschah etwas noch nie Dagewesenes: Nach einiger Zeit drang ein durch Mark und Bein gehendes Gewimmer und Greinen von oben nach unten.

„Abr ruhich isch säll doba, on zwar uff dr Schdell“, - schrie der „Zelle“ nach oben. – Doch schon bald ging das herzzerreißende Geheule wieder los.

Da ging der „Zelle“ höchst persönlich nach oben, um nach dem Rechten zu kucken.

„Ja was isch’n abr au los, dao gibt’s doch iebrhaupt nex zom Pläara“, schimpfte er.

Da schluchzte es aus der Dunkelheit: „I gheer doch gar net zu uich, - i g’heer doch‘m Hugaseff“.

 
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