Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 98 / 494

 

erster Schritt zur Entfernung der Schulen aus dem engeren Einfluß- und Aufsichtsbereich der Kirchen. Diese Entwicklung, die im Dritten Reich zum vollständigen Bruch führte, wurde inzwischen, aber durch eine demokratische Schulverfassung auf ein angemessenes Maß von Zusammenarbeit und gegenseitiger Achtung zurückgeführt. Ohne Rücksicht auf das offizielle Verhältnis zwischen Kirche und Schule haben aber bis heute stets Lehrkräfte beider Konfessionen Organisten- und Chorleiterdienste in Oberkochen versehen.

 

Auswirkungen des Ersten Weltkrieges

Die beiden Oberkochener Schulen waren beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit Schulräumen ausreichend versorgt und die Lehrerstellen waren ordentlich besetzt. Man gab sich 1914/15 auch in den Schulen zunächst dem allgemeinen Siegestaumel hin und würdigte die einzelnen kriegerischen Ereignisse durch Schulfeiern. Der Umschwung setzte 1915/16 ein. Die Schuljugend mußte im Sommer verstärkt Beeren sammeln, im Winter Metalle und Altpapier. 1917 gab es zum ersten Mal von oben her verordnete »Kohlenferien«, d.h. die Schule fiel aus, um Kohlen zu sparen, obwohl in Oberkochen sicherlich genügend Holz zum Heizen vorhanden gewesen wäre. Am 2. November 1918 wurde die katholische Schule wegen der »spanischen Krankheit« geschlossen.


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