Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 84 / 494

 

Volkmar Schrenk

Geschichte der Oberkochener Schulen

Am 16. Dezember 1580, also zu einer Zeit, da Adam Riese schon sein Rechenbuch geschrieben, Mercator seine Weltkarte veröffentlicht und Vieta die Dezimalbruchrechnung entwickelt hatte, schrieb der »Abbt Vogt und Verwalter zu Königspronn« an den Herzog von Württemberg nach Stuttgart: »... für alleweg aber hielten wir zu der Ehre Gottes... und ein gut Christlich Werk sein, wenn fürderlich ein Schulhaus zu Oberkochen erbauet würde«.

Dieses Schreiben markiert den Beginn verbriefter Oberkochener Schulgeschichte. Da es damals weder allgemeinbildende Schulen noch Schulpflicht gab, hätte der Königsbronner Abt gerne gesehen, wenn »... ein gutherziger Schulmeister allhin verordnet würde, welcher nit allein die Königspronnischen, sondern auch der anderen underthanen Kind unterrichten ... könndte...«

Damit wird gleich zu Beginn der Oberkochener Schulgeschichte das konfessionelle Spannungsfeld deutlich, in dem die Oberkochener Schulen bis zum staatlich verordneten Zusammenschluß im Jahre 1936 gearbeitet haben. Die weitere Entwicklung der Oberkochener Schulen ist eng verbunden mit dem Wachstum der Gemeinde Oberkochen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dank der Tatkraft und Weitsicht der Verantwortlichen wurde ein der »Jungen Stadt Oberkochen« gut angepaßtes Schulsystem geschaffen. Dieses besteht aus der Dreißental- Grund- und Hauptschule, der Tierstein-Grundschule, der Sonnenbergschule (Sonderschule für Lernbehinderte) und dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium mit neusprachlichem Zug. Ergänzt werden die Oberkochener Schulen durch die Realschule in Königsbronn und durch die Musikschule Oberkochen-Königsbronn. Somit ist nicht nur der Beginn der Oberkochener Schulgeschichte mit Königsbronn verknüpft, auch die moderne Entwicklung trägt gemeinsame Züge.

 

Schulen in Oberkochen bis nach dem Dreißigjährigen Krieg

Nachdem der Königsbronner Abt 1581 nochmals wegen einer »Schul- oder Pfarrbehausung zu Oberkochen« nach Stuttgart geschrieben hatte und


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