Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 80 / 494

 

Wollte dies der unbekannte Künstler darstellen, wenn er im Vordergrund seines Bildes die Geißen, die »Kuh des kleinen Mannes«, neben das prächtige Pferd stellte? Die relativ geringen sozialen Unterschiede resultieren aber noch mehr aus einem ungewöhnlich hohen Arbeitsplatzangebot. Bei einer Gesamtbevölkerung von 1201 Einwohnern gab es 1847 nicht weniger als 60 Handwerksmeister. Der hervorragende Töpferlehm am Zahnberg ermöglichte eine bedeutende Geschirrproduktion, die auch ins Ausland exportiert wurde, nach Bayern und sogar nach Baden. Außerdem beschäftigte das Hüttenwerk in Königsbronn Oberkochener Bergleute, Waldarbeiter und durch den hohen Holzkohlebedarf auch viele Köhler. Selbst die Bauern konnten durch Spanndienste für das Hüttenwerk dazu verdienen. Ganz klar: So sehr die Oberkochener 1847 auch dem Alten verhaftet gewesen sein mögen — die große Geschichte sparte sie nicht aus. Etwas von der großen

geistigen, politischen und technischen Bewegung, die vom Wiener Kongreß zur Revolution von 1848 und von der Postkutsche zur Eisenbahn führte, war 1847 auch in Oberkochen zu spüren. Gerade durch die Kunde von der Eisenbahn, von der man gehört hatte — da war doch der Oberkochener Bergmann Georg Schumacher beim Eisenbahnbau in Kirchheim verunglückt —, die es also gab und die vielleicht eines Tages auch durch das Kochertal dampfen wird, setzte sich ein neuer Gedanke fest: Fortschritt.

Zwei Männer möchte ich in diesem Zusammenhang besonders erwähnen. Die neuen Ideen von nationaler Einheit und demokratischer Freiheit müssen bei


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