Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 75 / 494

 

Engagement der beiden Kirchengemeinden

Das Oberkochener Armenhaus stand in erster Linie unter der Regie der beiden örtlichen Kirchengemeinden. Die notwendigen Finanzmittel wurden über eine gemeinsame Armenkasse zur Verfügung gestellt. Von dieser Armenkasse berichten die Quellen zum ersten Mal im Jahre 1650, also direkt nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, der in Oberkochen verheerende Auswirkungen hatte. Aus Kirchenvisitationsprotokollen ist zu erfahren, daß diese Kasse in den Kriegsjahren völlig aufgebraucht worden sei, daß sie aber auch nicht mehr benötigt werde, da alle Armen während des Krieges gestorben seien. Die Armenkasse wurde hauptsächlich durch Stiftungen und letztwillige Verfügungen gefüllt.

Das Fürsorgewesen wurde im allgemeinen von der Kirche ins Leben gerufen. Triebfeder des Handels war die christliche Nächstenliebe. In einigen Städten

ging im ausgehenden Mittelalter die Armenfürsorge in die Hand der bürgerlichen Gemeinden über. In Oberkochen verblieb sie im wesentlichen bei den Kirchengemeinden.

Allerdings war das Gegen- und Miteinander der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Oberkochens ein seit der Reformationszeit häufig variiertes Thema. Die überkonfessionelle Armenfürsorge kann in diesem Zusammenhang als ein schon vor 250 Jahren praktiziertes Beispiel der örtli-


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