Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 65 / 494

 

schen Kirchengemeinde Oberkochens, daß das Gotteshaus renoviert, ausgebessert oder umgebaut werden mußte.

Die erste Kirche war ein »Mehrzweckbau«. Der niedere Kirchenraum bildete das Erdgeschoß. Im ersten Stock des Gebäudes befand sich die Pfarrwohnung, die aus zwei beheizbaren Stuben, drei nicht beheizbaren Kammern und einer Küche bestand. Als Abschluß nach oben folgte ein Statteldach mit

einem kleinen Dachreiter für die Glocken. Die Glochenseile führten vom Dachreiter mitten durch das Schlafzimmer des Pfarrers hindurch nach unten. Auf eine Kirchturmuhr wurde verzichtet. Im Hof hinter der Kirche standen eine Scheune, ein Schweinestall und ein Backhäuschen. Das Trink- und Brauchwasser mußte die jeweilige Pfarrfamilie aus dem nahen Kocher holen. Ihre Wohnräume dienten zugleich als Schulzimmer.

 

Das 17. und 18. Jahrhundert

Um das Jahr 1634, also etwa 50 Jahre nach der Investitur des ersten evangelischen Pfarrers in Oberkochen, erreichte die Front der Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) unser Gebiet. Das hatte für den gesamten Ort verheerende Folgen: die Einwohnerzahl sank durch die Kriegswirren von 500 auf weniger als ein Viertel. Erst 100 Jahre später hatte Oberkochen


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