Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 450 / 494

 

Der Langertgockel

Beim Langertbrunnen soll es spuken. Ein von einem Gockel gezogener Garbenwagen soll dort schon gesehen worden sein.

 

Betrügerische Untergänger

Frühere Untergänger, die einmal einen Grenzstein verrückten, mußten nach altem Volksglauben in der Zeit vom Adventsfest bis Weihnachten auf dem hiesigen Bahnhofsplatz »markten«. Sie schlugen sich dabei mit feurigen Haken und Schaufeln und machten sich gegenseitig allerlei Vorwürfe.

 

Das 7. Buch Moses

Auch in Oberkochen soll es früher nicht immer mit rechten Dingen zugegangen sein, da es bestimmte Personen gegeben habe, die durch den Besitz des »7. Buch Moses« zu übernatürlichen Kräften gekommen seien. Die betreffenden Personen waren gefürchtet. Sie sollen ihre Seele dem Teufel verschrieben und dadurch böse Macht über andere Menschen gehabt haben. So wird zum Beispiel berichtet, daß Gäulen auf unerklärliche Weise regelmäßig über Nacht Schwänze geflochten waren, oder frische und gute Milch schlagartig sauer oder blutrot geworden ist. Wer im Besitz eines solchen Buchs war, soll erst haben sterben können, wenn es ihm gelungen ist, das Buch einem anderen unter bestimmten Bedingungen, an die sich der neue Besitzer halten mußte, zu übergeben.

In einigen alten Bauerngemeinden glaubt man noch heute an diese geheimnisvolle Zaubermacht, die durch dieses Buch ausgeübt werden kann. Auch einigen Alt-Oberkochenern ist es noch heute nicht ganz geheuer, wenn die Sprache auf das 7. Buch Moses kommt.


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