Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 444 / 494

 

gen die Tiere untereinander, waren kaum zu unterscheiden, und kein Teil wollte dann die Zugelaufenen herausgeben. Der Name »Kuhsteig« am Rodstein deutete heute noch auf jene Zeiten hin.

An einem Sonntagmorgen hatten die Ochsenberger Hirten den Kochenern einen Gaul weggenommen. Die Leute kamen eben aus der Kirche, als sie vom Rodstein herab Hilferufe vernahmen. Sogleich eilten sie hinauf, um ihren Ortshirten beizuspringen. Die Ochsenberger mußten den Gaul herausgeben, da sie bei der Keilerei unterlegen waren, und nahmen schnellstens Reißaus. Bei einem anderen Streit 1805 gab es blutige Köpfe. Da sich die Parteien nicht einigten, mußten sie zum Austrag und Vergleich vor dem kurfürstlichen Gericht in Kirchheirn/u.T. erscheinen.

Einer der bekanntesten Hirten der Rodhalde war Kaspar Müller, »Käsperle« genannt. Er war klein aber von zäher Natur und wohnte im strohgedeckten Hüttenhaus.

 

Der Pulverturm

Der Pulverturm liegt links an der Straße nach Königsbronn und fällt jedem Vorübergehenden auf. Der Name soll erst in jüngerer Zeit entstanden sein durch Pulversprengungen, die Wegarbeiter dort auszuführen hatten. In der Eisenzeit ums Jahr 1000 v.Chr. sei eine starke Volks- und Fliehburg droben gestanden, worauf frühere Wälle hindeuteten. Auch am Sturz der gegenüberliegenden Borzelhalde können heute noch Gräben von früheren Befestigungen verfolgt werden, ebenso an der Burghalde.

 

Der Griebige Stein

Auf dem Griebigen Stein, südlich vom Rodstein, rechts am Wege nach Ochsenberg, liegt ziemlich versteckt eine schmale Höhle. Die Sage erzählt, daß in früheren Jahrhunderten von hier ein unterirdischer Gang zu der Burg auf dem eine halbe Stunde entfernten Pulverturm geführt habe. Früher hätte der Gang noch eine Strecke verfolgt werden können. Bei der allgemeinen Franzosenfurcht 1848 haben einige Familien beschlossen, beim Herannahen der »Franzmänner« ihr Hab und Gut auf den Griebigenstein zu bringen. Waffenfunde aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind auch noch zu erwähnen.

 

Die Sage vom »Höhlendackel«

Einige Alt-Oberkochener wissen zu berichten, daß vor noch gar nicht allzulanger Zeit der Jagddackel eines Oberkochener Weidmanns spurlos in der


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