Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 442 / 494

 

Anzug sei von Königsbronn mit einem neuen Ofen, äußerte er Freude und Dank. Einige Jahre später erhielt er von König Friedrich auch Begnadigung in einer Straftat gegen einen Förster. Diesen hatte er tätlich angegriffen, weil er sich von ihm bedrückt glaubte.

Einsam wie er lebte, soll er auch auf der Bilz gestorben sein. Alle Jäger und Holzmacher der Umgebung erwiesen ihm die letzte Ehre und gaben ihm ein Waldreis in sein Grab. Auf dem alten Friedhof in Oberkochen fand er seine Ruhe.

Alte Leute erzählten, daß man ihnen als Kinder beim Beerensammeln oft zurief: Macht, daß ihr sammelt und heimkommt, sonst erscheint der Bilzhannes!

In stürmischen Nächten soll heute noch auf der Bilz sein Geist erscheinen und die rauhe Stimme hörbar sein.

Neue Forschungen zur Bilz und zum Bilzhannes siehe BuG 1989 Nrn. 29, 31, 34, 35, 36, 37, 38, 40, BuG 1990 Nrn. 23, 51 und BuG 1991 Nr. 22.

 

Der Holzwarts-Baschte

Zu Anfang des letzten Jahrhunderts lebte ein Holzwart in Oberkochen namens Sebastian Gold. (Holzwart bedeutet soviel wie Forstwart oder Waldschütz). Er war von großer, kräftiger Gestalt, mit starkem Schnurrbart. Trotz seines militärischen Aussehens hatte er Gemüt und Humor. Nach der oben angeführten Treibjagd im Jahre 1811 versammelte der König alle Forstleute und Waldschützen um sich in Königsbronn, um für Verdienste Titel, Auszeichnungen und Geschenke zu verleihen. Bei den gestellten Fragen liebte er bündige und doch vollständige Antworten. Dabei war auch für Holzwart Sebastian Gold der Titel »Förster« vorgesehen. Als die Reihe an Gold kam, fragte der König: »Wie heißt du?« »Man heißt mich halt den Baschte!« erwiderte Gold. Über diese Antwort war der König unwillig, da er den ganzen Namen hören wollte und fuhr ihn an: »Wenn du nur der Baschte heißest, dann bist du der Baschte und bleibst der Baschte und damit baschta!« Ein langes Gesicht und große Reue sei bei Sebastian Gold zu beobachten gewesen, denn ein anderer habe den ihm zugedachten Titel dann erhalten.

Heute noch sagt man in Oberkochen bei ähnlichen Fällen: »Da geht es wie beim Holzwarts-Baschte !«

 

Das Sixer-Feldle

Südöstlich von der Bilz ist das Sixer-Feldle, das früher einem Bauern Six gehörte. Dieser war vom Unterland hierhergezogen, und er bewirtschaftete einen großen und schönen Hof im Katzenbach, Sixenhof genannt. Später ver-


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