Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 435 / 494

 

menschluß aller dieser Gemeinden kam es jedoch nicht. Nach Vorlage eines Wirtschaftsgutachtens und vor allem auf Grund der Bereitschaft der Industrie, Erdgas abzunehmen, beschlossen die Gemeinderäte aus Essingen und aus Oberkochen, zum Aufbau und zum Betrieb der Erdgasversorgung eine Kapitalgesellschaft mit der Bezeichnung »Gasversorgung Essingen-Oberkochen GmbH« zu bilden. Der Gesellschaftsvertrag wurde am 17. September 1980 abgeschlossen. Unverzüglich begann man mit der Einlegung der erforderlichen Versorgungsleitungen in die wichtigsten Straßenzüge. Bereits im September 1981 begann für Oberkochen das Erdgaszeitalter. Die Gärtnerei Brandstetter in der Katzenbachstraße war der erste Gasabnehmer. Zug um Zug wurden sämtliche Straßen in Oberkochen mit dem Erdgasnetz versorgt. Den entscheidenden Schritt konnte man im Jahr 1987 vollends erzielen, indem die Gasfackel auch im Stadtteil »Heide« entzündet werden konnte. Damit ist jetzt endgültig dafür gesorgt, daß jeder Haushalt in Oberkochen auf Wunsch mit Erdgas versorgt werden kann. Eine recht beachtliche Zahlenbilanz kann im Jahr 1993 berichtet werden: heute werden bei 8 700 Einwohnern in 3 990 Haushalten 1 227 Haushalte, das sind 31% der Bevölkerung, mit Erdgas versorgt. Bei Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen beträgt der Marktanteil über 80%. Für die Gasverteilung benötigt die GEO in Oberkochen allein ein Leitungsnetz in einer Länge von rund 40 km. 1992 wurden in Oberkochen 8,1 Mio. Kubikmeter Erdgas verkauft. Zweifellos war der Beschluß des Gemeinderats die Stadt an die Erdgasversorgung anzuschließen, eine Jahrhundertentscheidung, denn nun bietet sich neben Öl, Kohle und Elektrizität das Gas als neue Energiequelle an.

 

Wasserversorgung:

Die zentrale Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Oberkochen wurde im Ersten Weltkrieg in Verbindung mit dem Bau der Landeswasserversorgung erstellt und an diese angeschlossen. Vorher mußte das für Haus und Hof benötigte Wasser, soweit keine privaten Wasserversorgungsanlagen vorhanden waren, an den öffentlichen Brunnen geholt werden. Diese wurden von verschiedenen ergiebigen Quellen gespeist und deren Wasser mittels Röhren zugeleitet. Das Dorf besaß seinerzeit neun Brunnen, und zwar zwei in der Aalener Straße, vier in der Heidenheimer Straße, zwei in der Katzenbachstraße und einen in der Feigengasse. Die seit 1916 bestehende zentrale Wasserversorgungsanlage genügte viele Jahre lang allen Ansprüchen. Mit der Bebauung des oberen Dreißentals in den Dreißiger Jahren wurden die Druckverhältnisse in den Höhenlagen immer schlechter, so daß die Gemeindeverwaltung während des Krieges einen Hochbehälter oberhalb der Weingartenstraße bauen ließ mit einem Fassungsvermögen von 300 cbm. Er wurde von der gemeindeeigenen Quellfassung am Luggenlohbrunnen über die Pumpsta-


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]