Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 434 / 494

 

Friedhof zu verlegen. Diese Maßnahme wurde ebenfalls 1851 durchgeführt, und die katholische Kirchengemeinde bestattete ihre Toten auf dem heutigen katholischen Friedhof beim Bahnhof. Der erhebliche Zuwachs an Einwohnern nach dem Zweiten Weltkrieg zwang die Gemeindeverwaltung, dem Bau eines neuen kommunalen Friedhofes näherzutreten, denn die beiden kirchlichen Friedhöfe reichten in naher Zukunft nicht mehr aus. Schon 1952 wurden Überlegungen hinsichtlich des Platzes angestellt. Zwei Areale wurden in Erwägung gezogen, einmal das Gewand Weingarten und zum anderen das Gelände im Gewand Loach-Tierstein. Verhältnismäßig schnell einigte man sich auf den Platz im Weingarten, der mehr Vorzüge aufwies als das Gelände im Loach. Nach Abschluß des Grunderwerbs im Jahre 1953 wurde Architekt Aldinger aus Stuttgart beauftragt, einen Vorentwurf zu fertigen. Das Bauprogramm sah die Friedhofanlage mit 1000 Reihengräbern, 150 Kauf- und 80 Kindergräbern vor, ferner eine Leichenhalle mit vier Zellen und die Aussegnungshalle für 350 Personen. Neben diesen Anlagen sollte gleichzeitig eine Kriegsopfergedächtnisstätte errichtet werden. 1955 begannen die Bauarbeiten, 1957 war die Anlage fertiggestellt. Bereits nach wenigen Jahren wurde erkannt, daß bei der fortschreitenden Belegung des städtischen Friedhofes etwa 1980 eine Erweiterung unumgänglich werde. Die erforderlichen Grundstücke waren bereits 1961 im Bebauungsplan für die Erweiterung ausgewiesen. An Architekt Brunken aus Stuttgart wurde schließlich die Planung übertragen, der der Gemeinderat 1978 zustimmte. Weitere 1130 Grabstellen wies diese Friedhofserweiterung aus. Die Bauarbeiten für den 1. Teil dieser Friedhofserweiterung wurden im Jahr 1979 begonnen und 1980 konnte dieser erste Erweiterungsteil mit rund 600 Grabstellen eingeweiht werden und wird seitdem auch belegt. Im Jahr 1992 wurde schließlich die gesamte Friedhofsanlage endgültig hergestellt. Dort konnten die restlichen rund 500 Grabstellen eingerichtet und angelegt werden. Damit ist gemeinsam mit den beiden kirchlichen Friedhöfen die Friedhofsituation der Stadt Oberkochen auf Jahre hinaus gesichert.

 

Gasversorgung:

Die Frage, ob Oberkochen mit Gas versorgt werden soll, wurde nicht nur in neuerer Zeit aufgeworfen. Bereits in den Jahren 1955 und 1964 waren entsprechende Untersuchungen im Gange. Als die Gasversorgung Süddeutschland GmbH in Stuttgart 1979/80 von Crailsheim bis in die Nähe von Ulm eine Ferngasleitung baute, wurde die Frage des Anschlusses wiederum akut. Die Gasversorgung Süddeutschland war auch bereit, eine Stichleitung von Essingen nach Oberkochen und Königsbronn zu bauen. Zunächst entwickelte sich eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Essingen, Königsbronn, Steinheim, Gerstetten und Oberkochen. Zu einem Zusam-


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