Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 433 / 494

 

Dreißentalstraße vor dem zweiten Weltkrieg wurden diese Gebäude an eine öffentliche Dole angeschlossen. Fäkalien konnten jedoch noch nicht abgeleitet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Ortskanalisation zügig ausgebaut. Nur durch den Bau einer Sammelkläranlage war jedoch eine ausreichende Klärung der Abwässer möglich. Dieses Vorhaben kam in den Jahren 1956/57 zur Ausführung, und zwar lediglich mit dem mechanischen Teil. Von diesem Zeitpunkt an konnten nahezu alle Grundstücksbesitzer ihre Abwasser einschließlich der Fäkalien durch die Schwemmkanalisation zur Kläranlage ableiten. Der Reinigungsgrad des mechanischen Teils der Sammelkläranlage beträgt jedoch nur 30%. Da die Bestimmungen hinsichtlich der Einleitung von Abwässern in öffentliche Gewässer im Laufe der Jahre erheblich verschärft wurden, war der Bau des biologischen Teils der Kläranlage unumgänglich. Er wurde 1971 in Betrieb genommen. In den abgelaufenen Jahren wurden nun die Kommunen von den Wasserwirtschaftsbehörden immer mehr angehalten und gezwungen, Regenüberlaufbecken zu bauen, um die Verschmutzung der öffentlichen Gewässer noch mehr zu reduzieren. 1986 wurde vom Regierungspräsidium das Sanierungsprogramm »Oberer Kocher« verordnet. Ausgangspunkt war, daß bei einer Bestandsaufnahme im Sommer 1984 deutlich wurde, daß im Regierungsbezirk Stuttgart nicht mehr die Flüsse im industriellen mittleren Neckarraum am stärksten verunreinigt sind, vielmehr stellte sich der Kocher als der schmutzigste Fluß heraus. Für Oberkochen bestanden die Forderungen im Ausbau der Kläranlage sowie im Ausbau des Regenüberlaufbeckenvolumens zu 100%. Dies bedeutete, zu den beiden bereits fertiggestellten Regenüberlaufbecken den Bau weiterer sechs. Nahezu 14 Mio. DM mußten in all diese Maßnahmen gesteckt werden bis am 25. September 1992 mit der Inbetriebnahme der erweiterten Kläranlage sämtliche Forderungen des Regierungspräsidiums erfüllt werden konnten. Damit hat die Stadt Oberkochen durch die Bereitstellung all dieser Abwasserbeseitigungsanlagen zur Reinhaltung unserer Flüsse und Bäche in reichem Maße beigetragen. Oberkochen ist bis zu diesem Zeitpunkt vorbildlich.

 

Bestattungswesen:

Bis zum Jahre 1957 gab es in Oberkochen nur konfessionelle Friedhöfe. Ursprünglich lag der gemeinsame Friedhof um die katholische Kirche. Nach der Reformation legte die evangelische Kirchengemeinde einen eigenen Friedhof um ihre Kirche an. 1835 erhielt die evangelische Kirchengemeinde vom Königlichen Oberamt die Auflage, den Friedhof auf einen Platz außerhalb des Dorfes zu verlegen. Gewählt wurde das heutige Areal an der Katzenbachstraße. Dieser Friedhof wurde 1851 in Betrieb genommen. Auch die Katholische Kirchengemeinde erhielt 1835 die behördliche Anweisung, ihren


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