Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 429 / 494

 

Der städtische Kindergarten reichte im Blick auf die ständige Erhöhung der Einwohnerzahlen nicht aus, sämtliche Kindergartenkinder einzuschulen. Die Firma Carl Zeiss richtete daher bereits 1951 im Gebäude Kapellenweg 3 einen eigenen Kindergarten ein, der 1956 ins Gebäude Turmweg 24 (Sonnenbergschule) verlegt wurde. Als das Progymnasium im Jahre 1958 dieses Gebäude bis zum Bezug des Neubaues am Hölderlinweg zugewiesen erhielt, mußte auch dieser Kindergarten aufgegeben werden. Die Firma Carl Zeiss entschloß sich, am Schubartweg selbst einen Kindergarten mit Kinderhort zu errichten, der 1960 seine Pforten öffnete und der evangelischen Kirchengemeinde zur Betreuung übertragen wurde. Aber auch nach Fertigstellung dieses Neubaues war eine Einschulung aller Kinder in die beiden verfügbaren Kindergärten nicht möglich. Schließlich erklärte die katholische Kirchengemeinde ihre Bereitschaft, einen eigenen Kindergarten zu erstellen. Zunächst richtete sie 1963 im Gebäude Turmweg 24 einen Interimskindergarten ein. Erst 1967 wurde der neue Kindergarten St. Michael an der damaligen Goethestraße (heute Bürgermeister-Bosch-Straße) in Betrieb genommen. Auch die Firma Carl Zeiss war gezwungen, ihren Kindergarten am Schubartweg zu erweitern. 1970 wurde der Erweiterungsbau zur Benützung übergeben. Die Neubauentwicklung der Stadt Oberkochen spielte sich seit den 70er Jahren überwiegend im Neubaugebiet »Heide» ab. Gerade junge Familien bauten sich in diesem Stadtteil ihr Eigenheim oder fanden dort in einer Mietwohnung ihr Zuhause. So war es abzusehen, daß über früher oder später dort ein Kindergarten erbaut werden mußte. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Kinder mit einem kostenlosen Busverkehr in die Kindergärten im Tal gebracht. Am 14. August 1987 war es soweit: ein wunderschöner zweiklassiger Kindergarten mit einer Hausmeisterwohnung konnte eingeweiht werden. Man dachte daran, daß wenn die Kinderzahl sich noch weiter erhöht, dies in dem vorhandenen großen Gymnastiksaal aushilfsweise bewältigen zu können. Niemand hätte damit gerechnet, daß dieser Zustand recht bald eintrat. Das Provisorium war nicht mehr zu halten, so daß bereits 1990 umgebaut werden mußte, um die 3. Kindergartengruppe aufzunehmen. Damit ist jetzt auch im Stadtteil »Heide« mit seinen rund 1 700 Einwohnern ein voll funktionierender Kindergarten vorhanden, der allen Kindern ab 3 Jahren den Besuch ermöglicht. Die z.Zt. erhobene Forderung, jedem Kind ab 3 Jahren in einer Stadt oder Gemeinde einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen, kann in der Stadt Oberkochen mit all ihren Kindergärten erreicht werden.

 

»Schillerhaus« — Aalener Straße 19:

Das ehemalige evangelische Schulhausgebäude Aalener Straße 19 hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zuletzt, so lesen wir in der 1. Ausgabe


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