Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 422 / 494

 

große Problem. Ausgangspunkt der Bauaufgabe war ein Raumprogramm unter Einbeziehung des Bürgersaales und der Vorentwurf für ein später zu bauendes, jedoch nicht mit dem Rathaus zusammenhängendes Hotel-Restaurant. Der Gemeinderat verzichtete auf einen Bauwettbewerb und übertrug die Planung an Professor Schweitzer aus Stuttgart. Der Plan des Architekten brachte eine klare Gliederung in zwei große Bauteile. Der waagrecht liegende Block ist ganz dem Bürger zugedacht, während der große darüber liegende Würfel die gesamte Verwaltung aufzunehmen hat. 1965 erfolgte die Grundsteinlegung, im März 1967 wurde das neue Rathaus bezogen. Es war, wie der damalige Bürgermeister Bosch in der letzten Sitzung des Gemeinderats im alten Rathaus formulierte, ein Umzug im übertragenen Sinne von der alten zur neuen Gemeinde, von der alten zur neuen Zeit.

In der Zwischenzeit hat sich das Rathaus am Eugen-Bolz-Platz zu einem lebendigen Mittelpunkt des städtischen Lebens entwickelt. Die gedankliche Konzeption des Architekten und des Gemeinderates ist voll aufgegangen. Das Rathaus mit seinen Amtsräumen ist nicht nur der äußere Rahmen für einen hervorragend funktionierenden Verwaltungsapparat, sondern darüberhinaus ein Treffpunkt für den Bürger geworden. Ausschlaggebend dafür waren die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen die im Rathaus dank seiner architektonischen Gestaltung durchgeführt werden können. Die beiden Ebenen des großzügig gestalteten Foyers lassen musikalische Veranstaltungen genauso zu wie Ausstellungen der verschiedensten Art. Der Sitzungssaal des Rathauses ist längst nicht mehr nur der geborgene Hort von einsamen Beschlüssen eines Gemeinderatsgremiums, vielmehr ist eine geradezu multifunktionale Nutzung eingetreten. Ob dort Trauungen durchgeführt werden, die Blutspenderauszeichnung oder die Sportler-Ehrung stattfindet, Vorträge der Volkshochschule zu gesundheitlichen Fragen, Reiseberichte oder Dichterlesungen, Liederabende oder Empfänge von der Stadt für Nobelpreisträger, Minister, Austauschschüler der Partnerstädte Montebelluna und Dives-sur-Mer oder andere, immer wieder steht der Sitzungssaal im Blickpunkt der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang muß der mit dem Rathausneubau zusammen geschaffene Bürgersaal als Bindeglied zwischen Rathaushotel und -restaurant und Rathaus selbst gesehen werden. Nach über 20jähriger Nutzung wurde er 1991 neu renoviert. Die »gute Stube« der Stadt stellt sich als solche wieder vor. Auch dort findet ein buntes Leben und Treiben statt. Firmenschulungen sind genauso gut aufgehoben wie Hochzeiten, Jazz-Konzerte, Vortragsveranstaltungen oder politische Vorträge und Parteitage. Rund 200 Gäste und Besucher finden dort Platz. Vom öffentlichen Leben unserer Stadt ist dieser wichtige Veranstaltungsort nicht mehr wegzudenken.

Genauso wie das Hotel am Rathaus mit dem ausgezeichneten Restaurant und der hervorragenden Küche. Mit dem Rathausneubau 1967 wurde das Hotel zunächst mit 27 Zimmern errichtet. 1975 wurde als erster Bauabschnitt ein


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]