Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 415 / 494

 

denheim mit mehreren Varianten und Kostenberechnungen. Das Dokument ist sehr wertvoll, weil es zeigt, wie man nach sieben Jahrzehnten ernstlich bemüht war, durch Neubaustrecken einen noch unerschlossenen Landstrich mit Schienenwegen auszustatten. Die Entwicklung in dieser Richtung wurde in der Zwischenzeit durch die sprunghaft angewachsene Motorisierung zunichte gemacht.

Der verkehrsgeschichtliche Spaziergang hat uns manche interessanten Entwicklungstendenzen aufgezeigt. Wenn auch die Struktur der heimischen Industrie in Oberkochen eisenbahnmäßig andere Strukturen aufweist als die benachbarten Stationen Unterkochen und Königsbronn, so bilden auch hier die Schienenwege wesentliche Bestandteile einer gesunden Infrastruktur.

Den Belangen der verladenden Wirtschaft kommen die Freiladegleise auf dem Bahnhofsplatz und der kurze Anschluß des Kaltwalzwerkes entgegen. Im Gegensatz zu den Empfangsgebäuden der Bahnhöfe Unterkochen und Königsbronn, die in ihren Fassaden die künstlerische Handschrift eines Georg Morlok verkörpern, ist das Gebäude in Oberkochen durch die unschöne Verkleidung der Außenwände entstellt. Dies ist bedauerlich, zumal auch das Bauwerk in Oberkochen in seiner architektonischen Grundform die gleichen Stilelemente besitzt wie die der Nachbarstationen. Oberkochen ist Schnellzug-Station.

Wenngleich Oberkochen in Ulm und in Aalen an den wichtigen Verkehr angeschlossen ist, so kann die junge Stadt dennoch glücklich sein, nach wie vor an einem wichtigen Schienenstrang zu liegen, der sich auch trotz der vielfältigen Bestrebungen zur »Ausdünnung« und zum »Rückzug aus der Fläche« auch in der Zukunft halten und behaupten wird. Die wichtigste Stütze hierfür bildet in erster Linie die krisenfeste Wirtschaft dieses Raumes in der ostwürttembergischen Region.


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