Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 411 / 494

 

Rede sein. So wurde der Abschnitt von Lonsee über die Alb am 14. März 1857 aus der Vorlage gestrichen und hatte somit keine Aussicht mehr auf eine Berücksichtigung.

Stattdessen wurde die Strecke von Plochingen nach Rottenburg, die Grundlage der Oberen Neckarbahn, aus den »wichtigsten volkswirtschaftlichen und staatlichen Gründen« der Regierung zum Bau empfohlen. Damit wurde der zweite Bauabschnitt der württembergischen Staatseisenbahnen und die länger anhaltende Bauphase in die Wege geleitet und begonnen.

Die Regierung war sich im Jahre 1857 bereits darüber im klaren, daß eine Erweiterung des Schienennetzes unbedingt notwendig wäre. Es kam zu jener bekannten »Zukunftskarte über württembergische Eisenbahnen«, in welcher neben den bestehenden und den projektierten Bahnen auch solche eingezeichnet waren, »deren Bau in späterer Zeit, nach Zulassung der Umstände, in der einen oder anderen Richtung etwa möglich oder zu empfehlen sein dürfte.« Drei Systeme waren es, das des oberen Neckar, das der Bahnen zwischen Stuttgart, Nördlingen und Ulm und das der Hohenloher Bahnen. Den Ständen wurde noch im Jahre 1858 eine diesbezügliche Gesetzesvorlage eingebracht. Aus ihren Beratungen, in denen im allgemeinen dem Regierungsentwurf zugestimmt wurde, ging schließlich das »Gesetz (A) vom 17. November 1858, betreffend die weitere Ausdehnung des Eisenbahnnetzes«, hervor. Dieses sah folgendes Bauprogramm vor:

  1. von Heilbronn, dem Endpunkt der Nordbahn aus, über Öhringen und Hall nach Crailsheim;
     
  2. von Crailsheim in südlicher Richtung über Heidenheim bis zur Ostbahn;
     
  3. von Heilbronn an die badische Grenze gegen Neckarelz;
     
  4. als Fortsetzung der oberen Neckarbahn von Reutlingen nach Rottenburg und sodann durch das Flußgebiet des oberen Neckar über Rottweil gegen die Landesgrenze;
     
  5. im Anschluß an die Ostbahn vom Filstal oder von Cannstatt aus in nördlicher Richtung über Gmünd und Aalen gegen Nördlingen.

Somit bildete nach einigen Jahren Ruhepause die aus Richtung Plochingen kommende Teilstrecke den ersten Bahnbau der mit dem Jahre 1859 einsetzenden weiteren Bauperiode, die sich dann in der Folge bis zu dem Jahre 1864 erstreckte. Sie war darauf ausgerichtet, weitere Teile des Königreiches an den Schienenweg anzuschließen, die es auf Grund ihrer wirtschaftlichen und sonstigen Bedeutung verdienten. Mit dieser systematischen Erweiterung war neben der binnenländischen Erschließung und der Anbindung an die Landesmetropole auch an verschiedene weitere Übergänge an die Nachbarländer gedacht worden.

Für den Anschluß des Heidenheimer Raumes an das Schienennetz war die Eröffnung der Remsbahn grundlegende Voraussetzung. Als am 25. Juli 1861 die erste Teilstrecke Cannstatt-Wasseralfingen über Waiblingen, Schorndorf,


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