Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 407 / 494

 

Postgeschichte Oberkochen ab 1927: Dietrich Bantel nach Unterlagen aus Bauakten der Stadt Oberkochen in Zusammenarbeit mit Manfred Höflacher

Unterlagen aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg (St AL, E 78 II Bü 740 bzw. E 78 Bü 397)

 

Kurt Seidel

Wie die Eisenbahn nach Oberkochen kam

Die systematisch aufgebaute und kritische Stadtgeschichte von Oberkochen muß auch die Entwicklung der Verkehrserschließung gebührend berücksichtigen. Schließlich bildete diese Tatsache wesentliche Voraussetzungen für die Gunst des Standorts und dessen weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Folgezeit.

Die Geschichte der Eisenbahn in und um Oberkochen, genau genommen in den Tälern von Kocher und Brenz zwischen Aalen und Heidenheim, datiert nicht erst von dem Tage an, da das erste Dampfroß in Oberkochen empfangen werden konnte. Das Jahr, in dem die ersten Bestrebungen für einen Anschluß an den Schienenweg bekannt wurden, war bereits 1835.

Von den ersten Initiativen bis zur Erfüllung des Wunsches, an dem Band der länder- und völkerverbindenden Schienen angeschlossen zu werden, bedurfte es immerhin noch eines Zeitraumes von 29 Jahren. Dieser Rückblick auf die Eisenbahngeschichte »rund um Oberkochen« soll diese Dinge ins Gedächtnis zurückrufen. Das damalige Königreich Württemberg wurde durch das Beispiel seiner Nachbarstaaten angespornt. Nach vorbereitenden gründlichen Inspektionsreisen einheimischer Techniker nach Belgien und auf die Britischen Inseln reiften allmählich brauchbare Pläne heran. Durch das englische Beispiel angeregt, wurde zunächst an Kanalpläne gedacht und angeknüpft. Eine aus Beamten und technischen Fachkräften sich zusammensetzende Kommission hatte über die Ergebnisse der verschiedenen Exkursionen zu beraten. Diese Experten befürworteten dann im Jahre 1834 die Anlage einer »Eisenbahn von Stuttgart durch das Rems-, Kocher- und Brenztal nach Ulm und von da aus an den Bodensee«.

Die entsprechenden und entscheidenden Impulse für die Entwicklung des geplanten Eisenbahnbaues bildeten ohne Zweifel die zielstrebige Initiative der Stadt Ulm.

Das dortige Bürgerkollegium, das sich vornehmlich aus Angehörigen des örtlichen Handelsstandes zusammensetzte, schnitt in einer Sitzung vom 22. September 1835 erstmals die Eisenbahnfrage an. Das Fazit dieser Sitzung war schließlich eine Resolution, in der mit allem Nachdruck gefordert wurde, daß


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