Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 399 / 494

 

Schwesternstationen besetzt sind und kranken Menschen unzählige Stunden der Pflege und des Beistands zuteil werden.

Auch die Aufgaben der Feuerwehr haben sich im Zuge der Technisierung gewandelt. Heute steht neben den originären Aufgaben der Wehren Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes und der Vorbeugung ganz oben.

Als einer der aktivsten Vereine der Stadt kann die Arbeiterwohlfahrt für sich in Anspruch nehmen, zusammen mit dem Hausfrauenbund die Rolle des Arbeitnehmers einerseits und die der Hausfrau und Mutter andererseits stets ins rechte Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt zu haben.

Auf dem Gebiet der Förderung begabter junger Menschen sowie der Bildung und Wahrung einer lebendigen Gymnasiumstradition sieht die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Gymnasiums Oberkochen ihre Aufgabe. Über 100 000 DM sind seit der Gründung des Vereins im Jahre 1966 von den über 600 Mitgliedern aufgebracht worden. Aus dem Leben des Gymnasiums ist diese Institution sicher nicht mehr wegzudenken.

Mehr als Interessenvertretung darf sich da schon der Gewerbe- und Handelsverein Oberkochen ansehen. Er vertritt die Interessen des Handels und Gewerbes, hat aber auch durch mancherlei Veranstaltungen, insbesondere in der Vorweihnachtszeit oder am 1. Mai auf sich aufmerksam gemacht. Wenngleich die Landwirtschaft in Oberkochen nur noch ein Schattendasein führt, so ist doch angesichts tiefgreifender Strukturprobleme dieses Berufsstandes eine Vertretung erforderlich, die in den Händen des Landwirtschaftlichen Ortsvereins liegt.

 

Brauchtums-, Natur-, Wander- und Hobbyvereine

Erlaubt ist, was Spaß macht — unter dieses Leitwort könnte man die Vielzahl der sonstigen in der Stadt tätigen Vereinigungen stellen. Und nachdem die Vereinswut der Deutschen ja schon fast sprichwörtlich ist; zudem nur 7 Personen für eine Gründung benötigt werden, sind die Clubs der Reihe und Zeit nach wie Pilze aus dem Waldboden geschossen. Deutliches Beispiel für einen Verein, der sich aus kleinsten Anfängen heraus zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil im Vereinsleben der Stadt entwickelt hat, ist die Narrenzunft »Schlaggawäscher«, die sich in einem Dutzend Jahren aus kleinsten Anfängen heraus, quasi aus einer Biertischlaune, nicht nur zu einer der größten Zünfte des Kreises, sondern des ganzen Landes entwickelt hat. Da nimmt es nicht mehr Wunder, wenn Aktive der Zunft auf dem dem Bildschirm auftreten oder der Landesvater höchstpersönlich seine Aufwartung macht. Eine echte Fasnachtstradition hat sich in der Stadt entwickelt: zu den Prunksitzungen kommen Gäste aus nah und fern, der Umzug am Fasnachtsdienstag zählt jedes Jahr über 10 000 Zuschauer, und der »Hemmadlodderumzug« oder das Kuttelessen gibt es in dieser Form eben nur in Oberkochen. Schlagg hoi!


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