Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 391 / 494

 

zehnten entstanden sind, verdanken ihre Existenz vor allem der Firma Zeiss, in deren Auftrag mechanische Teile gefertigt werden. Hierunter sind die Werkstätten Liersch, Schwimmer, Speth, Werner, Steckbauer und Fickert zu zählen, wobei der Letztgenannte seinen Betrieb mangels geeignetem Gelände nach Königsbronn verlegt hat. Eigenständige Entwicklungen nahmen die mechanischen Werkstätten Anton Grupp, ein Betrieb, der Schlosserarbeiten und Metallbau aller Art durchführt und Werner Stein, der unter dem Namen WESTO firmiert. Aus der kleinen Reparaturwerkstatt für alles ist inzwischen ein beachtliches Unternehmen auf dem Gebiet der medizinisch-technischen Hilfsmittel geworden. Ganz durch Zufall, wie der Betriebsinhaber erklärt, kann er heute für einen US Konzern den europäischen Markt mit »Chirurgengerät« beliefern.

Aber auch das Bauhandwerk entfaltete sich insbesondere nach dem Kriege sehr schnell, was vor allem auf zwei Säulen beruht. In den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten bedingte das große Wachstum der Gemeinde im Sog von Zeiss eine rege Bautätigkeit, die dann mit dem Ansteigen des allgemeinen Wohlstandes durch weitere Neubau-. Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen abgelöst wurde. Die dazwischenliegenden Jahre der Rezession konnten erfreulicherweise bei diesen Betrieben keine größeren Spuren hinterlassen. Es darf davon ausgegangen werden, daß das Oberkochener Handwerk tatsächlich »goldenen Boden unter den Füßen« hat.

 

Gewerbegebiet »Schwörz«

Beträchtliche Probleme bestanden allerdings schon seit vielen Jahren in fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten mangels geeigneter Grundstücke. Zwei glückliche Umstände führten schließlich 1975 dazu, durch das Gewerbegebiet »Schwörz« den bestehenden Engpaß wenigstens vorläufig abzumildern. Zum einen gelang es, von der niedergehenden Maschinenfabrik J. A. Bäuerle zwei größere Grundstücke zu erwerben, so daß nun fast die gesamte Fläche links und rechts des Kochers, zwischen Kapellenweg und Nordrampe in städtischen Besitz kam. Zum anderen konnte die Stadt einen größeren Zuschuß zur Erschließung vom Land Baden-Württemberg erhalten, nachdem das Gebiet des ehemaligen Landkreises Aalen 1975 zum Fördergebiet im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« erklärt worden war. Die Erschließung vollzog sich sehr rasch, so daß bereits 1976 die ersten Betriebe bezogen werden konnten. Heute ist die »Schwörz« bis auf wenige Grundstücke, die jedoch verkauft sind, bebaut und man sollte sich schnellstens Gedanken über evtl. weitere gewerbliche Nutzflächen machen, die sich nur noch im Süden der Stadt anbieten, bevor noch mehr Betriebe Oberkochen den Rücken kehren.


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