Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 388 / 494

 

Werbens. Was seit den endfünfziger Jahren schlummerte, wurde zu neuem Leben erweckt. Eine groß aufgemachte Leistungsschau von Handwerk und Einzelhandelsgewerbe in der Schwörzhalle zählte zu den ersten Aktivitäten und hat sich bis heute bewährt. In den folgenden Jahren kamen weitere Veranstaltungen hinzu. Blumenschmuckwettbewerb einschließlich Blumenball mit Modenschau soll zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen. Weihnachtsmarkt und Glückscheinaktionen, Trödlermarkt, Osteraktionen mit Eiergeschenken, lange Samstage und verkaufsoffene Sonntage während des Stadtfestes, die Einrichtung von Kurzparkzonen, gemeinsame Werbung und vieles andere soll die Bevölkerung anregen, die Einkäufe im Ort zu machen. 1984 wurde sogar der Maibaum vom Rathaus ins Geschäftszentrum verlegt, begleitet von einem fröhlichen Maibaumfeschtle. Ein schöner Brauch, wenn das Fest auch ab und zu einmal buchstäblich ins Wasser fallen sollte. Darüber hinaus wurde eine wissenschaftliche Standort-, Markt- und Imageanalyse in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse z.Z. ausgewertet werden. Bringen diese Aktivitäten auch nicht immer den gewünschten Erfolg, so zeugen sie doch von einem starken Interesse seitens der Geschäftsleute, Oberkochen wenigstens die notwendigsten Einrichtungen über den Bereich des alltäglichen Bedarfs hinaus zu sichern und das sollte Anerkennung finden.

 

Das Großhandelsgewerbe

Im Bereich des Großhandelsgewerbes, das in Oberkochen ebenfalls mit einigen Firmen vertreten ist, ragt besonders die Eisengroßhandlung Günther & Schramm heraus. 1930, in der Zeit der Weltwirtschaftskrise von Emil Schramm und Erich Günther gegründet, diente zunächst ein geliehenes Kuhgespann dazu, den Stahl vom und zum Bahnhof zu transportieren. Doch dann ging es stetig aufwärts, wobei 1944 ein Rekordumsatz mit fast 1,5 Mio. Reichsmark erzielt werden konnte. Nachdem der Betrieb bei Kriegsende von den alliierten Mächten beschlagnahmt und zerstört worden war, konnte 1946, zunächst unter der Treuhänderschaft von Johannes Frank, die Arbeit wieder aufgenommen werden. Mit Beginn der 50er Jahre nahm auch die Firma Günther und Schramm am »Wirtschaftwunder« teil und konnte in der Folgezeit ständig expandieren. Das Lieferprogramm der Firma umfaßt heute Blank-, Edel- und Walzstahl in vielfältigen Legierungen. Anfang der 80er Jahre mußte die Lagerkapazität noch einmal erweitert werden. In Ermangelung geeigneter Baumöglichkeiten wich man nach Königsbronn aus, wo ein Neubau mit über 10 000 qm Lagerfläche entstanden ist. Die seit 1979 als GmbH geführte Firma mit ihren Geschäftsführern Willi Günther, Hermann und Walter Schramm beschäftigt heute mit Zweigbetrieb in Mannheim ca. 150 Mitarbeiter und zählt zu den größten Stahlhandelshäusern der Bundesrepublik.

In den Bereich Großhandel können zudem die noch jungen Firmen OWEMA, Werkzeuge und Maschinen GmbH sowie die Vertriebsgesellschaft


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