Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 384 / 494

 

Existenzgrundlage. War es da 1968 nur ein Gerücht, daß in Oberkochen sogar ein Großeinkaufszentrum errichtet werden sollte? Jedenfalls sah sich der Gewerbe- und Handelsverein in diesem Jahr veranlaßt, dazu Stellung zu beziehen und ein diesbezügliches Ansinnen schon im Keim zu ersticken. Andererseits waren aber auch viele zum Aufgeben gezwungen, weil sie den Strukturwandel nicht mitvollziehen konnten, die Räumlichkeiten nicht mehr genügten, kein Nachfolger für den altershalber ausscheidenden Betriebsinhaber gefunden wurde oder weil es sich einfach nicht mehr lohnte. So findet man im Gewerbeverzeichnis von 1953 viele Namen, die den meisten noch bestens bekannt sein dürften:

die Textilhäuser Bolz und Fischer, Farben Burk und Eisen-Kayser, die Lebensmittelgeschäfte Gubi-Fischer, Gaissmaier, Held, Kopp und Meroth, Kolonialwaren Grupp, Uhren Maier, die Schuhmachergeschäfte Gold, Holz, Trittler, die Metzgermeister Friedle, Reber und Hausmetzger Betzler (Metzgers Paul), die Bäcker Brammen, Hug und Widmann (Storchabeck), Konditor Fleury, die Sattler Stangl und Holz, Maler Steier, Maurermeister Trittler, Flaschner Gerschon, die Schreiner Fischer, Hess und Scharek, Kirchenschmied Karl Maier, Friseur Wanner (Schaber), die Metallhandwerker Schnell, Schoch Sing, Welt u.a. Trotzdem ist das Gewerbeverzeichnis bis heute immer umfangreicher geworden. Bezieht man auch Kleinstgewerbe mit ein, so findet man dort ca. 250 Eintragungen, die dem Handwerk und Handel im weiteren Sinne zugerechnet werden können.

 

Der Einzelhandel und seine Aktivitäten heute

Oberkochen ist heute im Regionalplan als Kleinzentrum mit höchster Arbeitsplatzzentralität und einer zu versorgenden Bevölkerung von ca. 9 000 Einw. ausgewiesen. Das bedeutet, daß die Stadt im Bereich der Arbeitsplätze aus dem näheren und weiteren Umland sehr viele Menschen anzieht (Arbeitspendler), im Bereich der Dienstleistungen jedoch im wesentlichen (von Ausnahmen abgesehen) nur mit der Versorgung der ortsansässigen Bevölkerung rechnen kann. Trotzdem ergibt der Bestand an Einzelhandelsgeschäften ein erfreuliches Bild.

Insgesamt zählt man in der Stadt z.Z. 46 Einkaufsläden mit über 6500 qm Verkaufsfläche (vgl. Unterkochen 1535 qm, Königsbronn 1540 qm). Erste Ausleger haben sich jetzt auch schon auf der Heide festgesetzt, so eine Filiale der Konditorei Müller, jetzt Dickenherr, die dort die nötigsten Lebensmittel bereithält, sowie im Bankbereich die Kreissparkasse und Volksbank mit Agenturen.

Seit 1961 gehört zu Oberkochen auch ein Wochenmarkt mit seinem spezifischen Frischwarenangebot. Hier sind sowohl einheimische, als auch auswärtige Anbieter vertreten. Es begann zunächst in der Heidenheimer Str. zwischen Rathaus und »Rößle« (heute Oberkochener Bank und etwa Kochertal-


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