Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 357 / 494

 

zwei Brandstetter-Brüder waren — die 1650 aus der Steiermark (Schladming) ins Obere Kochertal auswanderten.

1686
Es waren zweifellos seine bereits in Zang ansässigen Namens-Verwandten, die den 1662 in Stafflach am Brennerpaß geborenen Marcus Burr bewegen konnten, von Tirol auf die Raue Alb auszuwandern. Er findet sie, seine Frau, auf dem Wollenberg. Die Hochzeit mit der Madlena Bronnhuber findet 1686 in Oberkochen statt. Trauzeuge ist Martin Burr, 1622 in Obernberg am Brenner geboren, und bereits vor 1654 in Zang seßhaft. So kam der Name Burr nach Oberkochen. Mitte vorigen Jahrhunderts ist diese Sippe Burr erloschen. Die später in Oberkochen ansässigen Burr sind von Essingen zugewandert, es sind Nachfahren der Zanger Linie.

1688
Christophon Bronnhuber ist als Vater des Georgius Bronnhuber geschrieben, der 1688 eine Maria Anna Schorländer von Aufhausen heiratet. Christophon aus Tyrol zugewandert, ist der Stammvater der heute ansäßigen Brunnhuber. Eigenartig sind die Hausnamen der Brunnhuber. Anfang 1800 waren zwei Brüder dieses Namens im Dorf am schwarzen Kocher wohnhaft. Es war der Bernhard und der Heinrich Brunnhuber. Aus diesen Vornamen wurden die Hausnamen. In den letzten 150 Jahren sprach niemand vom Michael oder Josef Brunnhuber, sondern vom Bernhards-Michel und vom Heiners-Josef.

1703
Die zweite Sippe Schmid — vulgo Kölle — heute noch in Oberkochen seßhaft, kommt aus Tirol. Joannes Schmid »Tyrolensy« 1665 im Distrikt Kitzbühl geboren, heiratet 1703 in Oberkochen eine Regina Schönherr. Ihr Vater Leonhard Schönherr ist als Wirt des »Roten Ochsen in Oberkochen« geschrieben. (Erste Sippe Schmid siehe 1661, Seite 360).

Im engen Tal am oberen Kocher war die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht besonders breit und ergiebig. So bot einem Teil der Eingewanderten nur noch der Wald eine Bleibe und einen Lebensunterhalt in der Tätigkeit als Holzmacher oder Köhler. Aus der bereits bekannten Holzmacherhütte wurde die Holzmacherkolonie und im weiteren Verlauf eine Siedlung, in der nicht nur der »Holzmacher« hauste, sondern auch sein Eheweib lebte und wo auch Kinder zur Welt gebracht wurden.

Aus der Namens- und Familiengeschichte wird nun Dorfgeschichte. Die Forschung zeigt, daß auf der Waldung Bilz eine derartige Siedlung bereits vor 1690 ihren Anfang nahm. In den, zwischen 1685 und 1698 geschlossenen Ehen, sind vier Ehepaare geschrieben, die später als Anwohner der Bilz ausgewiesen sind. Es war Pfarrer Braun, ab 1702 in Oberkochen, der den Eintragungen im Taufbuch den Geburtsort Bilz hinzufügte. Diese genauere Geburts- und Wohnortbezeichnung wurde in den folgenden drei Jahrzehnten


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