Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 356 / 494

 

Württemberg strebte die Einheit des Glaubens an und dies wurde den päpstlichen Neuansiedlern in der strengen Heidenheimer Herrschaft sehr deutlich gemacht. So wurde Oberkochen eine der ersten Stationen, in der der Eingewanderte bei seines Vaters Glauben bleiben durfte. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Zuwanderung ins Dorf Oberkochen besonders stark war. Viele neue Namen wurden in den Büchern geschrieben, und mancher der alten Oberkochener findet, wenn er zurückblättert, einen Altvorderen aus dem Nachbarland Österreich.

Wie bedeutend die Zuwanderung aus dem Österreicher Land war, besagen einige Zahlen aus dem katholischen Ehebuch. So wurden
1664 neun Ehen geschrieben, und in sechs dieser Ehen war einer der Ehepartner aus dem Österreichischen.
1666 waren es fünf Ehen und drei Partner waren aus dem Nachbarland.
1669 war das Verhältnis sieben zu drei, d.h. in zehn Ehen waren sieben der Partner aus Österreich.

Das waren nur einige Beispiele. Diese Verhältnisse bestanden etwa 25 Jahre — in abgeschwächter Form noch weitere 20 Jahre. Es ist jedoch anzunehmen, daß um 1700 und Jahre danach ein Teil dieser Einwanderer aus dem Württembergischen, als »Abwanderer« kamen, die nicht »accomodieren« wollten, d.h. die sich weigerten zur protestantischen Landesreligion überzutreten.

Der Großteil dieser Zuwanderer ist Mitte 1700 wiederum von Oberkochen abgezogen. Doch es sind einige Namen bis heute im oberen Kochertal verblieben.

1650
Hanss Elmer kommt nach dem unseligen Glaubenskrieg aus dem Salzburger Ländle nach Oberkochen. Er verlebte etwa 30 Jahre im Oberen Kochertal und starb 1680 in Oberkochen. Sein Sohn, Martin Michael, heiratet 1688 eine Anna Bostler, ebenfalls aus dem Salzburgischen. Der älteste Sohn aus dieser Ehe, Georg Heinrich, 1701 auf der Bilz geboren, tritt 1724 in den Stand der Ehe mit Katharina Wittich, von Elchingen. Der Wohnsitz der Familie wird, wie so oft, der Geburtsund Heimatort der Frau. Das ist die Elchinger Linie der Elmer. Sein Bruder, Franz Bernhard Elmer, 1707, ebenfalls auf der Bilz geboren, ist der Stammvater der Oberkochener Linie.

1664
Balthasarus hieß er mit dem Vornamen, der den Namen Brandstetter im Jahre 1664 durch die Heirat der Anna Maria Linse nach Oberkochen brachte. Bereits 5 Jahre früher ist der Name Brandstetter zum ersten Mal geschrieben. Ein Adam Brandstetter läßt 1659 seine Tochter Maria taufen. Doch dieser Adam ist weitergewandert in Richtung Dinkelsbühl.

Die Vermutung liegt nahe, daß nicht nur der Balthas — sondern daß es


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