Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 355 / 494

 

1611 Martin Fritz und Thomas Strutsch beide Schmidtenknecht auf der Eisenschmidt zu Oberkochen haben den Nachtwächter Leonhard Streicher mit Fäusten geschlagen — daher bestraft.
1612 Gall Frizen zu Oberkochen Weib, hat an einem Sonntag Abends ihren Schopf scheren lassen, deswegen ist bestraft worden.

Die Fußnoten unter der jeweiligen Namensbeschreibung sind Nachweis, daß der betreffende Familienname bereits vor dem unseligen Glaubenskrieg im Dorf Oberkochen seßhaft war. Es sind dies Auszüge aus den Gült- und Salbüchern der Fürstprobstei Ellwangen und aus den Lagerbüchern der Klosterverwaltung Königsbronn. Text und Schreibweise ist zum Teil übernommen, wie's geschrieben steht. Es reicht also zurück bis in jene Zeit, als die »Nachrichten« noch aus der Kunkelstube kamen.

Nachfolgend noch einige Auszüge aus den vorgenannten Quellen, die besagen, daß die allüblichen Namen Maier, Müller, Schmid und Weber auch schon vor dem 30jährigen Krieg in Oberkochen zu finden waren.

1593 Claus Mair hat Knecht geschlagen — dafür er bestraft.

1609 Hannß Zwibel von Oberkochen hat Wolf Mayer daselbst unter der Linde beim Tanz den Bart rausgerissen, deshalb der Zwibel bestraft worden.

1556 Caspar Miller hat ein Königsbronnsches Lehensgut.

1597 Erbteilung des Caspar Miller.

1478 Hannß Schmid hat das Gut des Dilgen Speth erstanden.

1591 Jacob Schmidt Oberkochen auf jungen Hau Gaintal gehütet — Strafe.

1605 Wolf Webers Hausfraw daselbst am St. Thomas-Tag die Stuben gefegt und nit in die Kirch khommen — bestraft.

1612 Jerg Weber von Oberkochen hat Jerg Spethen Hundt in Jerg Bezlers Wirtsbehausung bezechterweis ein Ohr abgeschnitten — bestraft.

Nur die Weber haben überlebt und blieben noch nach dem großen Krieg drei Generationen im Dorf Oberkochen. Die übrigen Namen sind nicht mehr geschrieben.

 

Zuwanderungen aus Österreich nach 1648

Die starke Entvölkerung Süddeutschlands, im besonderen auch unseres Raumes, durch den 30jährigen Krieg zog damals eine Vielzahl von Einwanderern aus den Österreichischen Bergländern an — aus Tirol und aus dem Salzburgischen, aus der Steiermark und aus Kärnten — auch aus Bayern. Fast ausnahmslos waren diese Zuwanderer katholischen Glaubens.


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