Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 349 / 494

 

Kuno Gold

Namensgeschichte Oberkochener Familien bis 1900

Das eigene Woher zu kennen hat schon immer gelockt. Immer schon war es ein besonderer Anreiz in Erfahrung zu bringen, wie die Urgroßeltern und noch weitere Vorfahren geheißen haben, wo sie lebten und wo sie herstammten. So wird Namensgeschichte zur Familiengeschichte und gar ein Stück Dorfgeschichte.

In den folgenden Seiten zu blättern sei ein Spaziergang in die Vergangenheit, und er führt uns hinein in eine Vergangenheit, die uns zum Nachdenken stimmt, hinein in das Zeitalter des religiösen Fanatismus, dessen Auswirkung der große Glaubenskrieg war, der dreißig Jahre andauerte. Die Ereignisse und einige Zahlen besagen, daß auch die Randgebiete des großen Geschehens wohl sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Jahre 1634 war die Schlacht bei Nördlingen und elf Jahre später, das war also 1645, wurde die Kocherburg bei Unterkochen von den Schweden zerstört. Erst 1650 sind die letzten Schweden aus unserem Raume abgezogen. Ob Freund oder Feind, für die plündernden Horden ging es nicht um das Glaubensbekenntnis, danach wurde nicht gefragt. Es ging nur um Beute — es war Habgier. Im Jahre 1618 zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges hatte das Dorf am Quell des Kochers knapp 500 Einwohner — und Ende dieses unseligen Bruderkrieges waren es noch 120.

Die wichtigsten Quellen für diese Namensforschung sind die kirchlichen Archive, die Kirchenbücher. Diese Bücher sind Truhen, die mit Vergangenheit gefüllt sind und uns Einblick gewähren in das Werden und Tun unserer Vorfahren. Zwischen 1656 und 1658 wurde in beiden Pfarreien begonnen, das Tauf -, das Ehe- und das Sterberegister zu führen.

In drei Abschnitte sei diese Namensgeschichte geteilt und dem Alter nach geordnet.

  1. Namen, die vor dem 30jährigen Krieg in Oberkochen ansässig waren.
  2. Namen aus dem Nachbarland Österreich, die heute noch in Oberkochen seßhaft sind.
  3. Namen, die aus der näheren Umgebung zugezogen sind.

Wenn im Einzelnen die ganze Ahnenreihe nicht aufgeführt werden kann, so soll wenigstens die Entstehungsspur aufgezeigt sein, zum Teil auch die Breite und die Bedeutung des Geschlechtsnamens in der damaligen Dorfgemeinschaft.


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