Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 34 / 494

 

keineswegs hemmungslos — vielmehr legte man überwiegend die Gebeine der früher Beigesetzten fein säuberlich samt Grabbeigaben zur Seite. Mit geringen Abweichungen waren die Toten so bestattet, daß der Kopf im Westen mit Blick nach Osten lag. Abweichungen von dieser Regel rühren daher, daß man sich beim Anlegen des Grabs nach dem Sonnenstand bei Sonnenaufgang richtete, und dieser ist bekanntlich zu den verschiedenen Jahreszeiten jeweils anders.

Die vielen, teilweise stark korrodierten Eisenfunde und die organischen Reste wurden an Ort und Stelle eingegipst und warten (noch heute) auf ihre Restaurierung durch die Spezialisten des Württembergischen Landesmuseums. Mit dieser Grabung konnte endlich der Beweis erbracht werden, daß in Oberkochen schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1337 ein beachtliches Gemeinwesen bestand, von dessen eindrucksvoller Größe noch vor kurzem niemand wußte.

In der Jahreszeitschrift der Bodendenkmalpflege in den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen, »Archäologische Ausgrabungen 1980«, schreibt Dr. Ingo Stork: »Dieser Friedhof muß im gesamten Bereich von der Keltenstraße bis zur Frühlingstraße angenommen werden. Bei dieser Ausdehnung ist mit mehreren hundert Gräbern zu rechnen, auch wenn die Belegungsdichte sicher


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