Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 336 / 494

 

den Namen Teuffelsbach. Sein unterer Teil wird Nußbach genannt. Drei Quellen bilden seinen Lauf: Neu-, Langert- und Luggenloh-Brunnen (»Loh« = Wald). Vom letzteren zweigt auch ein Arm zum Katzenbach ab. Der Katzenbach entspringt auf 510 Metern Höhe in den Wiesen am Fuße des Volkmarsberges im sogenannten Weingarten (dieser Name deutet möglicherweise auf mittelalterlichen Weinbau hin) und fließt neben der Katzenbachstraße vor bis zum Kocherkanal. Er hieß bis zur Aufhebung des Zolls im Jahre 1803 Zollbach und die Brücke an der Landstraße Zollbrücke. Vorher bildete er die Grenze zwischen dem Ellwanger und Königsbronner Teil von Oberkochen.

Rechte Seitenflüsse sind Edlenbach und Erlenbach. Ersterer enteilt dem Langenteich und fließt unter der Ebnater Straße und der Eisenbahn dem Kocher zu. Letzterer kommt vom Zwerenberg und läuft bei nasser Witterung am Eselsweg in den Kocher (Bettelbrunnen).

Das Loachbrünnle und das Schönbrünnle beim hinteren Langert fließen nur zeitweilig. Mehr Wasser führt das Klebbrünnle am östlichen Fuße des Tierstein im Flurteil Daffang.

Stehende Gewässer sind die kleinen Eisweiher und Fischteiche beim Kocherursprung und der Fabrikteich beim Leitzschen Werk. Die Fischteiche am Spitztal gingen wieder ein.

Die Fischerei wurde am Schwarzen Kocher früher eifrig betrieben mit schönen Forellen sowie mit künstlich gezüchtete Fischen, sog. Regenbogenforellen und Karpfen, die in Gasthöfe der umliegenden Städte versandt wurden. Durch die gewerblichen Ausläufe wird das Wasser oft verunreinigt, und die Fischzucht ist bedeutend zurückgegangen. Als erfolgreiche Fischzüchter waren in früheren Jahrzehnten Friedrich Leitz und Albert Leitz sen. sowie Schuhmachermeister Johannes Weber bekannt, die vielfach Preise für Brutfische erhielten. Am Kocherursprung, im Fabrikteich und im damaligen Brunnenhaldenweiher wurden auf künstlichen Terassen in eingens von hiesigen Hafnern angelegten Fischkacheln Forellen in allen Größen und Farben gezogen.

Häufig kam früher im Schwarzen Kocher sowie im Nuß- und Gutenbach der Fischotter mit seinem dunkelbraunen Pelzwerk vor. Manche dieser wertvollen Tiere wurden gefangen, besonders unterhalb der Kreuzmühle bei Schnee im Mondenschein.

Nachwort
Gewiß stimmt dieser Bericht von Alfons Mager auch heute noch im wesentlichen. Allerdings ist er in einigen Punkten zu ergänzen.

Die Kocherquelle »Ölweiher« ist in dem Magerschen Bericht nicht erwähnt. Der Ölweiher (früher befand sich dort eine Ölmühle) ist eine trichterförmige Quelle ähnlich dem Blautopf im Bereich der Firma Gebrüder Leitz. Aller-


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