Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 335 / 494

 

Alfons Mager

Der Kocher — ein Naturdenkmal

Vorbemerkung:
Ebenso wie die Beiträge über das Hafnergewerbe und den Volkmarsberg stammt auch der folgende Abschnitt von Oberlehrer Alfons Mager. Es handelt sich um eine Betrachtung aus der Zeit um 1939.

 

Der Lauf des Kochers

Durch Oberkochen fließt der Schwarze Kocher, der sich bei Unterkochen mit dem Weißen Kocher vereinigt. Der Name »Schwarzer Kocher« rührt vom dunklen Flußbett des meist ruhig strömenden Wassers her. Er erhält seine Farbe durch die vermoderten Schlingpflanzen auf seinem Grunde bzw. wegen der schwarzen Steine, die dem früheren Schmelzofenbetrieb am Kocherursprung entstammen. Die Quellen des Schwarzen Kochers liegen rechts an der Straße nach Königsbronn und sind mit allerlei Sträuchern und Tannen umwachsen. Ruhebänke laden zum Verweilen in diesem Naturidyll ein.

Nach dem Ursprung eilen die Wasser am Flurteil Schlackenwäsche und an den Eis- und Fischweihern vorbei. Ein kurzer Kanalarm gab der Gruppschen Fabrik seine Wasserkraft ab. Der Schwarze Kocher wendet sich dann nördlich durch die Gewanne Strick und Ried zu den Leitzschen Fabrikanlagen und den Weiherwiesen. Hier trennt sich der Kanal, der sich neben dem Kocher durch den Ort zieht. Über die Haupt- und Bahnhofstraße an der Mühle vorbeieilend mündet er im Nordosten der Gemeinde zwischen den Kapellenwiesen und der Schwörz wieder in den Kocher ein. Erbaut wurde der Kanal im 15. Jahrhundert von Brüdern und Mönchen des Klosters Königsbronn.

Bei der Einmündung des Gutenbachs unweit der Kreuzmühle wendet sich der Schwarze Kocher nördlich zur Stefansweiler Mühle (Spranzenmühle) und weiter nach Unterkochen. Das früher an der Markungsgrenze gelegene Gehöft Stefansweiler ging im Dreißigjährigen Kriege unter. Bei Aalen und Wasseralfingen tritt dann der Kocher in den Braunen und Schwarzen Jura und bei Hüttlingen in die Keuperlandschaft ein.

 

Die Nebenflüsse des Kochers

Der wichtigste linke Zufluß des Schwarzen Kochers ist der Gutenbach, der vom Spitz- und Wolfertstal herkommt. In alten Karten führt der Gutenbach


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