Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 33 / 494

 

aus Gagat und Bernstein und den faszinierenden »millefiori«- Glasperlen, die in ihrer Buntheit kleinen Glasmurmeln gleichen. Stück für Stück der Grabbeigaben sind Belege für den alamannischen Glauben an ein Fortleben nach dem Tod: man gab den Toten ihre wichtigsten, wertvollsten und liebsten Gegenstände des Alltags mit auf die große Reise ins Jenseits.

Auffallend bei der Oberkochener Grabung waren die außergewöhnlich guten Sargbefunde, bedingt durch den lehmhaltigen Boden. Als »Leckerbissen« für den Anthropologen gilt ein Oberschenkelknochen, der gebrochen und wieder zusammengeheilt war, wobei sich die gebrochenen Teile auf eine Länge von fast 10 cm übereinandergeschoben hatten: das geheilte Bein war also erheblich kürzer als das gesunde.

Einiges Kopfzerbrechen bereitet den Archäologen ein Doppelgrab, bei dem die Köpfe der Verstorbenen exakt übereinander liegend vorgefunden wurden. Diese Art gleichzeitiger Bestattung ist außerordentlich selten.

Frühere Bestattungen waren durch später angelegte Gräber zwar gestört (bis zu 4 Übereinanderlegungen), doch ruinierte man die dabei berührten Gräber


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]