Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 329 / 494

 

weiten Süden die höchsten Punkte der Bayerischen und Allgäuer Alpen, des Rätikons, der Appenzeller- und der Thuralpen sichtbar. Von Oberkochen selbst ist nur die Gruppsche Fabrik zu bemerken.

 

Der Volkmarsberg heute (v. Karl Schurr)

Die Begeisterung, mit der Alfons Mager seinen Beitrag verfaßte, leitet auch den heutigen Berichterstatter über das weitere Schicksal des Berges.

Der Rundblick vom Turm ist beherrschend wie eh und je. Vieles hat sich allerdings verändert. Neu sind die zahlreichen Türme und Leitungen aller Art, die in letzten Jahren weithin über die Albhochfläche entstanden sind und gute Orientierungshilfen darstellen. Auch die aus dem Tal heraufgewachsenen Ortschaften und Siedlungen haben das Bild sehr verändert. Als die drei erst jüngst entstandenen Veränderungen sieht man die Heidesiedlung in Oberkochen, die Baustelle der Bundesautobahn auf dem Härtsfeld und die Kühltürme des Kernkraftwerkes von Gundremmingen an der Donau.

Aber nicht nur der Fernblick bietet viel neues, auch in unmittelbarer Umgebung des Aussichtsturms hat sich Vieles getan.

1938 wurde die rd. 70 Hektar große, der Gemeinde Oberkochen gehörende Bergkuppe als Naturschutzgebiet im Sinne des damaligen Reichsnaturschutzgesetzes ausgewiesen. Eine früher bereits erfolgte Unterschutzstellung nach württembergischem Recht wurde damit fortgesetzt. Der Schutzzweck ist bis heute geblieben: Erhaltung der Wacholderheide als Schafweide in Verbindung mit einem abwechslungsreichen Baumbestand. Die Pflege des Gebiets wurde dem Staatlichen Forstamt Oberkochen übertragen.

Durch Kriegs- und Nachkriegszeit, die Einstellung der Schäferei ab 1939, die Benutzung des Turms durch das Militär — zuerst die deutsche Wehrmacht, danach bis 1960 die US-Besatzung — lief allerdings die Entwicklung des Naturschutzgebiets rasch in eine Richtung, die zwar der natürlichen Sukzession entspricht, aber durchaus nicht den Vorstellungen der Naturschützer gerecht wurde: Die hochstrebenden Bäume — Buche, Fichte, Kiefer, Eiche, Esche — überwucherten bald die Wacholderbüsche, und das sich ausbreitende Gesträuch tat sein übriges. Einige Teile wurden unter dem Eindruck der Holznot 1945 auch mit Fichten aufgeforstet.

1960 wurde nach langem Bemühen die Militärbesetzung beendet. Der Turm mußte völlig renoviert werden, die alte Schutzhütte von 1924 war baufällig. Die Oberkochener Ortsgruppe des Albvereins baute 1961 eine neue Hütte mit Flachdach in einer sehr ansprechenden Bauweise aus Natursteinen und Holz. 1967 setzte, angeregt und geleitet durch das Forstamt Oberkochen, als langjährige Daueraufgabe die Zurückdrängung des Gestrüpps und Gehölzes ein. Hunderte Raummeter Holz wurden eingeschlagen. Mit Hilfe der »Holzhauergruppe« des Albvereins konnte die aufwendige Feinarbeit, das Verbrennen


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