Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 324 / 494

 

worden sein. Vielleicht geht der Name aber auch auf einen Bauern zurück, der auf dem Berg zu schaffen hatte, oder dem der Berg gehörte. Dieser wird dann wohl den Personennamen Volkmar, d.h. beim Volke berühmt, gehabt haben. Eine ähnliche Namensform hat der Weickersberg zwischen Königsbronn und Zang. Aber es ließ sich urkundlich weder ein Volker noch ein Weiker nachweisen.

Ein Spaziergang auf den Berg bietet jedem Naturfreund Genuß und Befriedigung. Der prächtige Aufstieg vom Kessel, Dreißental, Weingarten oder Langert aus, die Albflora, die würzige Luft und die Rundschau machen den Volkmarsberg zum beliebten Ausflugspunkt. Von Tauchenweiler her ist der Anblick der Wacholderheide am lohnendsten. Im Frühling erfreuen die dem Berge eigenen Blumen unser Auge: Frühlingsenzian, nickende Nieswurz, Küchenschelle, Himmelfahrtsblümchen, Akelei, Waldvögelein und Kreuzblumen. An den Abhängen und Niederungen ließ die Gemeinde Oberkochen 1000 Stück Fichtenpflanzen einsetzen.

Die schmucke Albvereinshütte mit ihrem bedeckten Vorraum ist eine Zierde der Bergkuppe. In ihrer reizenden Lage zwischen der hohen Buchengruppe und den Wacholderbüschen bietet sie einen malerischen Anblick. Jeder Wanderer und Skiläufer nimmt in dem trauten Blockhaus gerne Aufenthalt. Die Bergwacht ist angewiesen, stets dafür zu sorgen, daß die Wandersleute des Albvereins in der Hütte, die am 5. Oktober 1924 eingeweiht wurde, Unterkunft finden. Rechts neben der Hütte befindet sich eine neue Schenke, die alte Schenke wurde nach der Gauwanderung auf den Volkmarsberg 1921 abgebrochen. An Besuchstagen wird die Bergschenke von dem Inhaber einer 1925 erlangten Wirtschaftserlaubnis betreut. Einzelne Besucher erhalten gegen eine entsprechende Hinterlegungsgebühr bei Fabrikant Fritz Leitz die Schlüssel.

Am nördlichen Rande der Kuppe ist der massige, eigenartige Bergfelsen zu finden, der damals mit Leiter und Wetterfahne versehen war. Von diesem Platz aus und von den freien Flächen auf der Kuppe bietet sich eine schöne Rundschau, besonders nach Norden und Osten. Das Auge schweift hin über das weite Weiland, die Hohenstadter, Büchelberger und Frickenhofer Höhe mit dem Hagberg; die Limpurger und Ellwanger Berge, Kapfenburg, Ipf, Härtsfeld und den massigen Klosterbau in Neresheim, Elchingen und Ohmenheim.

Nach Westen und Süden ist die Sicht durch Bergwälder behindert. Man erfaßt wohl die Felsenwand des Rosensteins und bei günstiger Witterung die Bergriesen der Alpen.

1890 war vom Staatlichen Vermessungsamt zu Meß- und Orientierungszwecken ein Holzturm auf dem Volkmarsberg erstellt worden. 1897 wurde er vom Albverein erworben und um fünf auf 16 Meter erhöht. Am 27. Juni 1897 war die Einweihung, die durch einen wolkenbruchartigen Regen gestört wurde.


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