Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 323 / 494

 

Alfons Mager (1934)

Volkmarsberg — der Oberkochener Hausberg
Ein Naturschutzgebiet

Vorwort
In einem Heimatbuch von Oberkochen darf ein Beitrag über den Volkmarsberg nicht fehlen. Unser Hausberg ist für die Oberkochener Alt- und Neu-Bürger ein sehr wesentliches Stück ihrer Heimat. Mit Stolz zeigen sie diesen wegen seiner landschaftlichen Lage, seiner Natur und seiner Erholungseinrichtungen so beliebten herrlichen Flecken Erde den zahlreichen Besuchern der Stadt. Eine große Zahl von Auswärtigen wandern Woche für Woche zum »Berg« und kennen diesen oft besser als die Stadt selbst.

Hier wird zunächst ein Beitrag aus dem Jahre 1934 abgedruckt. Er stammt aus der Feder des damaligen Oberlehrers Alfons Mager — seinerzeit mit Fritz Leitz einer der Väter der Erhaltung des Volkmarsbergs als Schutzgebiet und nach diesem langjähriger Vorsitzender der Oberkochener Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins.

In einem Nachtrag wird dann vom derzeitigen Vertrauensmann des Albvereins, Forstdirektor Karl Schurr, über das weitere Schicksal des »Berges« bis in die heutige Zeit berichtet.

 

Vom Volkmarsberg

Der schönste und besuchteste Punkt am oberen Kochertal ist der 743 Meter hohe Volkmarsberg. Er hat eine günstige Lage über dem Kochertal und dem Nordostabfall der Alb. Der besondere Schmuck des Berges ist die Wacholderheide, die ihm mit den Buchen- und Fichtenhorsten ein naturschönes, stimmungsvolles Gepräge verleiht. Heidekraut, Büsche und Felsensteine sind dazwischen verstreut.

Auf dem Gipfel und an den Hängen sind 150 Morgen Land mit Wacholder bewachsen. Das Gebiet steht seit 1928 unter Naturschutz. Ohne Erlaubnis der Heimatpflege und der Gemeinde darf dort nichts verändert werden. Die Wacholderbüsche sollen zu urwüchsigen Bäumen heranwachsen und der ganzen Landschaft zur Zierde sein. Im Winter bei Rauhreif ist die Heide einzig schön, und man glaubt sich bei deren Anblick in ein Zauberland versetzt.

Der Volkmarsberg heißt in alten Urkunden Völkerberg. Dort sammelten sich Bauern, Schäfer und später auch Kriegsvolk zu gemeinsamer »Beratung und Tagung«. Die heutige Bezeichnung soll erst im 18. Jahrhundert eingeführt


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