Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 316 / 494

 

standen, die der politischen Gemeinde bei der Besitzaufteilung zufielen. Inzwischen finden sich in der Bilz und in den Riesen vorratsreiche und schöne Fichtenaltbestände. Die Heide, heute jüngstes Siedlungsgebiet der Stadt, ist um die Jahrthundertwende durch Aufforstung von Schafweiden bewaldet worden.

Der Volkmarsberg, einst ebenfalls ein Teil der Gemeindeallmend, blieb am längsten der Schäferei überlassen. Dadurch entstand auf dem herrlichen Aussichtsberg die ehemals berühmte Wacholderheide mit ihrem abwechslungsreichen Landschaftsbild aus offener Weide, Buschwerk und Hutebäumen. 1938 wurde diese landschaftliche Besonderheit auf dem höchsten Berg der Ostalb unter Naturschutz gestellt.

1930 errichtete der Albverein auf der Bergkuppe neben seiner ersten Schutzhütte den 21 m hohen Aussichtsturm, der einen prächtigen Blick über die ausgedehnten Waldlandschaften gewährt. Der Turm ist noch heute das Wahrzeichen des Orts, obwohl er sich inzwischen zum weltbekannten Industrieort entwickelt hat.

Die Oberkochener fühlen sich mit ihrem Hausberg in besonderer Weise verbunden. Kein Wunder, daß sich der Albverein besonders viele Freunde erwarb, als er 1968 begann, mit Unterstützung der Stadtverwaltung, des Landes und des Forstamts die Bergkuppe einer jetzt schon seit Jahren betriebenen Säuberung zu unterziehen und das eigenartige Landschaftsbild des Hutewalds und der Wacholderheide wieder herzustellen.

Mit diesem aktiven Naturschutz haben sich die Älbler ein bleibendes Denkmal gesetzt. Die Bemühungen des Turnvereins, den Berg unter Schonung der Natur als Wintersportgebiet auszubauen, gehen in die gleiche Richtung. Neben dem Volkmarsberg ist die Quelle des Schwarzen Kochers eine beliebte Sehenswürdigkeit und ein wichtiges Naturdenkmal Oberkochens. Durch Wander-Parkplätze und Rundwanderwege sind beide gut erreichbar.

Das Wollenloch, eine ca. 80 m tiefe Doline im Waldteil Wollenberg ist nicht so leicht zu finden, gehört aber ebenfalls zu den eindrucksvollen Naturdenkmälern unserer Heimat. Man erreicht es durch das als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene »Tiefental«.

Nicht zuletzt bergen die schier endlosen Wälder, die an sich schon einen Erlebnisinhalt besonderer Art bieten, auch zahlreiche weitere Naturerscheinungen. Sie wurden 1983 durch eine Naturdenkmalverordnung des Landratsamtes geschützt.

Erwähnenswert sind auch die in den letzten Jahren im Staats-, Real- und Gemeindewald wieder freigeräumten Hülben, von denen hier nur die Bilz-, die Riesenhau- und die Schlachthülbe genannt werden sollen. Sie sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auf den wasserarmen Hochflächen von Albuch und Härtsfeld besonders wertvolle Feuchtbiotope.

Wenn von Schutzgebieten die Rede ist, dürfen auch die umfangreichen Was-


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]