Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 314 / 494

 

Was läßt die Übersicht erkennen?
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat von 93 auf 14 enorm abgenommen. Der kleinbäuerliche Charakter ist bei der Mehrzahl der verbliebenen Betriebe dennoch erhalten geblieben. Immer mehr Kleinbetriebe schaffen ihr Vieh, zuerst meist das Milchvieh, ab. An der Milchanlieferung an die Molkerei Ellwangen beteiligen sich noch acht Betriebe. Sie betrug 1980 274 000 kg, davon lieferte der rein milchwirtschaftlich orientierte Betrieb Leitz allein ca. 70%!

Stark abgenommen hat auch die landwirtschaftliche Nutzfläche. Sie beträgt heute nur noch weniger als die Hälfte wie vor 130 Jahren. Dagegen nahm die Ödlandfläche seit 1950 wieder zu (Grenzertragsböden, Hanglagen), vor allem dehnten sich aber der Wald durch Aufforstung und der Ortsetter (das bebaute Gebiet) zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus.

Die Waldfläche ist seit 1850 um 275 ha auf Kosten der Öd- und Weideflächen gewachsen. Durch Ausstockung in den Jahren 1970-1985 wurden im Gebiet Heide ca. 40 ha Wald in Siedlungsgelände umgewandelt.

Sehr stark gewachsen (von 10 auf 245 ha) ist der Ortsetter, eine Folge der enormen Bautätigkeit.

Die ortsansässigen landwirtschaftlichen Betriebe haben nur einen Bruchteil des hohen Pachtangebotes im Ort aufgenommen. 1976 wurde fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen an auswärtige Landwirte aus Lautem (1) Essingen (3) Unterkochen (2) und Königsbronn (6) verpachtet.

Die wenigen örtlichen landwirtschaftlichen Betriebe könnten hier durch eine beträchtliche Aufstockung ihre Produktionsbasis erweitern und ihrer Auffangfunktion nachkommen.

Trotz aller betrieblichen Schwierigkeiten sind die Landwirte heute vermögende Leute. Der Verkauf von Bauland ist vor allem den Bauern zugute gekommen. Von den 235 ha Zugang an Siedlungsland hat die Landwirtschaft ca. 195 ha beigesteuert, der Wald ca. 40 ha.

Doch wie wird es weiter gehen? Wird die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe weiter sinken? Wer wird die freiwerdenden Flächen pachten? Schon ist die Fläche der Öden und der nicht mehr alljährlich gemähten Wiesen beachtlich groß. Werden die Söhne der Landwirte die Betriebe weiterführen? Werden sie dann auch Bäuerinnen bekommen? Die Zukunft der Landwirtschaft ist zweifelos mit düsteren Schleiern verhangen. Es ist nicht sicher, daß


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