Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 291 / 494

 

Die gesammelten Daten auswertend, gewann auch ich den Eindruck, daß die Höhle eine in die Tiefe führende Fortsetzung haben müsse. Für die Richtigkeit dieser Aufnahme haben über 50 Schüler des Gymnasiums Oberkochen, einige davon in einem »harten Kern« unermüdlich tätig, vom 25.5. - 23.9.1979 in ca. 25 »Buddelaktionen« (während der Ferien ganztägig) teilweise unter meiner und der Leitung meines ehemaligen Schülers Dr. H.J. Bayer einen schlagenden Beweis erbracht.

Am 15.9. erfolgte der entscheidende Durchbruch: Thomas Hierholz hatte einen Einstiegschacht entdeckt, der uns dann am 23.9. in drei neue Hallen führte: den Rittersaal, die Pulverhalle und die Katharinengrotte, die für Oberkochener Verhältnisse phantastische Versinterungen und Tropfsteine aufweisen. Beide Hallen sind allerdings für »Normalverbraucher« nicht erreichbar. Die Pulverhalle ist über 15 m lang und bis zu 3 m hoch; wir verlängerten die Höhle von 15 auf ca. 50 Meter. Die Chancen, eine Fortsetzung zu finden, werden von uns und von Höhlenforschern aus Stuttgart und Laichingen als gut beurteilt.

Das Landesamt für Denkmalschutz, Abteilung Bodendenkmalpflege, hat am 15.3.1980 offiziell grünes Licht für weitere Aktionen am Griebigen Stein gegeben, sofern der Eingangsbereich der Höhle, der grundsätzlich bei jeder Höhle der Schwäbischen Alb aus archäologischer Sicht interessant sein kann, unangetastet bleibt. Dies war und ist für uns eine Selbstverständlichkeit.

Die weiteren Arbeiten gestalteten sich jedoch bald so risikoreich, daß wir sie schweren Herzens aus Gründen der Sicherheit eingestellt haben.

Die Höhle, während der »heißen Zeit« im Jahre 1979 Ziel von zahllosen Interessenten, wurde auf unseren Wunsch von der Stadt mit aus Gründen der Sicherheit, unter anderem auch der Fledermäuse wegen, die leicht einfliegen können, provisorisch mit einer Bretterwand verschlossen, (bis 1988).

Aus den Aktionen am »Griebigen Stein« ging die Gründung der HöhlenInteressen-Gemeinschaft Oberkochen, jetzt Ostalb, (Höhlen InGO) hervor.

D.B. aus: Ostalb-Einhorn, Heft 26 Juni 1980

 

Die Brunnenhöhle

Vom Fuchsbau zur längsten Höhle des Ostalbkreises
Nur wenige hundert Meter vom Oberkochener Zeisswerk entfernt befindet sich die Brunnenhöhle, die im Herbst 1979 aufgrund einer weiteren Neuentdeckung zur längsten und wohl auch prachtvollsten Höhle des Ostalbkreises »heranwuchs«. 1967 bemerkte man in einem Felsen im Wald der Brunnenhalde einen merkwürdigen Fuchsbau, der von seiner Anlage her auf einen Höhleneingang deutete. Es formierte sich bald eine siebenköpfige Mannschaft junger Zeiss Mitarbeiter, die in der Brunnenhalde wohnten und in ihrer abendlichen Freizeit die Erforschung des seltsamen Felseinganges vornahmen.


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