Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 288 / 494

 

Am 31.10.71 fand der Verfasser, im Zusammenhang mit den Arbeiten an dem damals neuentdeckten Oberkochener Römerkeller im Weilfeld, unter anderen Scherben im Eingangsbereich der Schmiedesteinhöhle eine römische Sigillata-Scherbe. Damit wurde eine weitere Lücke in der Geschichte der Höhle geschlossen. D.h.: Die Höhle war, sicher begünstigt durch die nahe Kocherquelle, über drei Jahrtausende hinweg kontinuierlich immer wieder bewohnt, wahrscheinlich sogar über längere Zeiträume hinweg durchgehend. Am 15.3.80 besuchte Dr. E. Wagner von der Abteilung Bodendenkmalpflege des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg Stuttgart, mit Mitgliedern der Höhleninteressengemeinschaft Oberkochen (Höhlen-InGO) die Höhle im Schmiedestein. Wir regten eine sofortige Unterschutzstellung der Höhle an, und baten darum, daß die Höhle als doch relativ kleines Objekt in absehbarer Zeit vom Landesamt bearbeitet werden möge, da unsere Gemarkung in dieser Beziehung bislang recht stiefmütterlich behandelt wurde.

Am 5.7.80 wurde die Schmiedesteinhöhle von der Höhlen-InGO vermessen. H. Jantschke (Kirchheim) beschreibt die Höhle im gleichen Monat folgendermaßen: »Es handelt sich um einen einzigen, sackartigen Raum (L 4, B 2, H 2 m), der auf einer bergwärts streichenden Kluft entwickelt ist. Rechts und links schimmert jeweils durch ein winziges kreuzendes Röhrchen Tageslicht durch. Der Boden besteht aus Laub und Humus und ist durch viele Feuerstellen geschwärzt. Die Wände sind durch den Angriff der Außenverwitterung geprägt«.

Geschichtliches: Die Höhle stellt einen urgeschichtlichen Wohnplatz dar und ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. Von der Begehung am 6.5.48 durch R. Müller und W. Schreiber ist eine Beschreibung mit Planskizze erhalten.

Literatur:

  1. Mager, Alfons: Geschichten und Sagen vom Volkmarsberg und seiner Umgebung. Blätter des Schwäb. Albvereins 41. Jg. 1929 Nr. 2, Sp. 43-47, 3 Abb.
  2. Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, Heft 1, 1960.
  3. Fundberichte NF 12, 37 und 14, 194

Abschließend sei bemerkt, daß in die Höhle, da sie im Steilhang liegt, im Lauf der Jahrtausende von beiden Seiten große Mengen von Humus, Lehm, Kleinschotter usw. eingeschwemmt wurden, so daß damit zu rechnen ist, daß Kulturschichtern bis in große Tiefen angetroffen werden. Es ist auch damit zu rechnen, daß die Höhle sich in die Tiefe aufweitet.

aus: Kleiner Führer zu den Exkursionen der 22. Jahrestagung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. München vom 12. bis 14. September 1980 in Oberkochen (Ostalbkreis)
ISSN 0454-0018 ub Kommision bei der Fr. Mangold'schen Buchhandlung 7902 Blaubeuren , Karlstraße 6 (München 1980)


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