Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 286 / 494

 

ist, daß die Arbeiten nach einer Unterbrechung im Jahr 1949 noch längere Zeit weitergingen. »Aufwendigere Anforderungen seitens der Gemeinde sowie des Technischen Überwachungsvereins wurden auch in der TV-Naturfreundedokumentation als Grund für die Stagnation der Arbeiten im Wollenloch angegeben, bis die Grabungen wegen der Auflagen und aus Geldmangel im Jahre 1954 dann endgültig aufgegeben werden mußten. Ab diesem Jahr wurde es für ein Vierteljahrhundert wieder still ums Wollenloch.

Die Gründung der Höhlen-INGO (Höhleninteressengemeinschaft Oberkochen, jetzt Ostalb) am 23. Oktober 1979 ließ das Interesse an altbekannten und neuen Ostalbhöhlen wieder wach werden.

Im April und im Mai 1980 stiegen wiederholt Stuttgarter, Kirchheimer, Grabenstettener und Oberkochener Höhlenforscher ins Wollenloch ein und stellten fest, daß sich auf seinem Grund wiederum Unmengen von Schutt (jeder Besucher des Wollenlochs muß ja seinen Stein in die Tiefe poltern lassen), Äste und vor allem Mengen von Stammholz angesammelt haben, durch welches man sich von der frei erreichbaren Tiefe von 43 Meter über weitere 15 Meter in die derzeit erreichbare Tiefe von 58 Meter hindurcharbeiten muß. Auch Laichinger Höhlenforscher wollen demnächst ins Wollenloch einsteigen, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, egal, ob nun dem Satz aus einem Bericht der Heidenheimer Zeitung vom 9. November 1949 Glauben zu schenken ist oder nicht: »... interessant ist das letzte Erforschungsergebnis im Wollenloch. Bei Grabarbeiten stieß man ins Leere und hörte von unten Wasser rauschen ...«

D.B. aus »Kleine Schriften zur Karst- und Höhlenkunde« Nr. 19/1980
Herausgegeben vom Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher, München

 

Höhle im Schmiedestein (Oberkochen)

Die kleine Höhle im Schmiedefelsen (auch Schmidtesteinhöhle), 620 m NN, dürfte in den Augen des Höhlenforschers, zumindest in ihrem jetzigen Zustand, nur auf geringes Interesse stoßen. Dennoch ist sie geschichtlich die bislang bedeutendste auf unserer Gemarkung.

Sie ist in Band 17, Reihe B, der Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg von O. Paret, »Württemberg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit«, 1961, auf Seite 304, und zwar nur unter dem Stichwort »Laténezeit«, aufgeführt, also in unmittelbar vorrömischer Zeit; beim Landesdenkmalamt in Stuttgart liegen jedoch weitere Unterlagen vor, aus den Jahren 1951 und 1953, unterzeichnet von Dr. H. Zürn, die ich anführen möchte, soweit sie hier von Interesse sind:

»30.4.51: 1,5 km SSW vom Ort befindet sich oberhalb des Kocherursprungs im Schmidtefelsen eine Höhle. Darin wurde durch (W.) Schreiber-Heiden-


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