Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 283 / 494

 

Dietrich Bantel

Die vier größten Oberkochener Höhlen

Höhlen haben schon immer ein bestimmtes »Etwas« an sich und in sich. Zunächst deshalb, weil sich mit vielen von ihnen Sagen verbinden — sie stecken voller Geheimnisse. (siehe: Zusammenstellung der überlieferten Sagen über unsere Gemarkung — das Wollenloch, die Höhle am Griebigen Stein), zum anderen wegen ihrer echten Geschichtsträchtigkeit (die Höhle im Schmiedestein).

Das Landesdenkmalamt geht davon aus, daß jede, auch die kleinste Höhle, irgendwann einmal in grauer Vorzeit durchziehenden Jägern als Unterschlupf gedient haben könnte — somit sind Veränderungen an und in Höhlen, hauptsächlich im Eingangsbereich, wo sich die Menschen der Steinzeit aufgehalten haben, grundsätzlich untersagt. Auch der Naturschutz legt in den letzten Jahren vermehrt Wert darauf, daß Höhlen nicht unnötig begangen werden, — hauptsächlich in der Zeit des Winterschlafs der Fledermäuse, — natürlich auch, weil an vielen Höhlen grausige Schäden durch Abschlagen von Tropfsteinen entstanden sind.

Manche Menschen fühlen sich in Höhlen, auch »gefährlichen«, wie zu Hause, — denken Sie an den zur Zeit bekanntesten Höhlenforscher und -taucher Jochen Hasenmeier (Blautopf), — andere wiederum befällt bereits beim Betreten von Höhlen Angst und Beklemmung.

Dr. H. Joachim Bayer hat die Oberkochener Höhlen an anderer Stelle aus geologischer Sicht dargestellt.

Hier soll über unsere 4 bekanntesten und größten Höhlen ganz allgemein berichtet werden.

 

Das Wollenloch

Unsere bekannteste Höhle, eine Senkrechthöhle, ist mit Sicherheit »das große Wollenloch«. (»Die Ostalb erzählt« von Fritz Schneider, Seiten 38 u. 39, — Heimatbuch Seite 441)

Der bei Schneider erwähnte »Brenzl« ist mit Sicherheit der Ziegelbach, der bei der Ziegelhütte aus einer Felsspalte tritt. die Sage ist, darauf deutet manches hin, noch gar nicht so alt.

Der ursprüngliche Name für den Wollenberg ist Hoalaberg (Hohler Berg), was ursächlich mit dem Wollenloch (damit ist das Große Wollenloch gemeint) und mit dem Kleinen Wollenloch zusammenhängt. Der heutige Name Wol-


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