Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 282 / 494

 

Titan), primär für die Flugzeug- und Weltraumindustrie, setzte auch eine enorme Nachfrage nach Magnesiummetall ein.

Ein weiterer wichtiger Rohstoff unserer Region ist der Mergel, mineralogisch betrachtet ein Kalk-Ton-Gemisch. Der weiße Jura enthält drei große Zonen (Stufen), die zum überwiegenden Teil nur aus Mergeln bestehen, ab und zu sind sie von Kalkbänken unterbrochen.

Die Impressa- und Aptychenmergel können wir ständig in offenen Baugruben im Stadtgebiet aufgeschlossen finden, am schönsten sah man die Impressamergel im Baugraben der Heidewasserleitung am Steilhang oberhalb der Kreuzmühle, während man die Aptychenmergel im Graben am flachen Tiersteinhang unterhalb der Steilkante des Buchenwaldes besichtigen konnte. Diese Mergel haben bei uns eine hervorragende Bedeutung als Wasserstauhorizonte (dies merkt man spätestens beim Betreten einer solchen Baugrube kurz nach dem Regen); ohne diese Stauzonen an den Grenzbereichen Kalk/Mergel hätten wir wahrscheinlich gar keine oberflächlichen Quellaustritte in unserem Durchbruchstal. Alpha- und gamma-Mergel würden sich auch zur Zementherstellung eignen. Ihre bergbauliche Gewinnung bereitet jedoch (Gott sei Dank!) solche Schwierigkeiten — die überlagernden mächtigen Deckschichten müßten erst abgeräumt werden — daß eine Produktion daraus nicht in Betracht kommt, zumal es noch die Oberen Weißjuramergel in der Nähe gibt. Die Schichtenfolge auf Oberkochener Gemarkung erreicht nur den Malm zeta 1, ab Heidenheim nach Süden zu haben wir die zeta 2-Mergel anstehen, die seit langem für die Zementproduktion Verwendung finden. Erinnert sei hierbei an den großen Abbaubetrieb in Heidenheim-Mergelstetten. Der zeta 2 hat dort eine Gesamt»dicke« von 120 m; er gliedert sich in ein unteres und ein oberes Mergellager, beide sind zusammen hier 65 m mächtig, die Zwischenkalke werden mitabgebaut. Da die Deckschicht gering ist und die zeta 2-Mächtigkeit überdurchschnittlich, ist hier ein Abbau sinnvoll.

Weiterführende Literatur:

BAYER, H.-J. (1982): Bruchtektonische Bestandsaufnahme der Schwäbischen Ostalb (Geländeuntersuchungen, Luftbild- und Satellitenbildauswertungen). —Diss. Techn. Universität Clausthal: 235 S., Clausthal-Zellerfeld.

BEURER, M. (1963): Die Geologie des Blattes Oberkochen (Nr. 7226) 1:25 000
(Ostalb). — Arb. Geol.-Paläont. Inst. TH Stuttgart, N.F. 36: 123 S., Stuttgart.

ETZOLD, A. u.a. (1980): Geologische Karte von Baden-Württemberg 1:25 000,
Erläuterungen zu Blatt 7126 Aalen. — Geol. Landesamt Bad.-Württ.: 234 S., Stuttgart.

SEIBOLD, E. (1950): Der Bau des Deckgebirges im oberen Rems-Kocher-Jagst-Gebiet. — N.Jb. Geol. Paläont. Abh., 92: S. 243-366, Stuttgart.


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