Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 281 / 494

 

ort zweier Hochhäuser in der ersten Kehre der Heidestraße — gewonnen wurde. Besonders gut sieht man die beta-Kalke in einem Berganschnitt hinter der Fa. CARL ZEISS (Parkplätze hinter dem Optischen Museum). Auch in der Lenzhalde kann man aus beta-Kalken angelegte Steingärten bewundern. Die Steinbrüche des delta, mehr als Wegebaumaterial und Straßenschotter eingesetzt, waren noch bis vor einem Jahrzehnt in Oberkochen in Abbau.

Den besten Aufschluß des delta gewährte der inzwischen aufgefüllte und wiederbepflanzte Bruch der Baufirma Kolb aus Aalen, im Langteich zwischen Büchle und Kahlenbühl gelegen. Hier wurden die oberen Schichten, der delta 3 (über 3 m mächtig werdende harte Quader) und der delta 4 (hellere dickbankige Kalke mit dünnen Mergelfugen), beides getrennt durch die hier ehemals hervorragend aufgeschlossene grünlich-graue Glaukonitbank, gebrochen. Weitere Abbaue, die noch heute aufgeschlossen sind, finden wir z.B. am Waldparkplatz des Pulverturmes, in kleinen Brüchen am Hang unterhalb der Borzelgrube, unterhalb der Fuchskohlplatte, an der Ziegelhalde, in kleinen Forststeinbrüchen im Bülz und im Hagental sowie im Taleinschnitt zwischen Zwerenberg und Kahlenbühl.

Die heutige Steinbruchindustrie, wie wir sie in Königsbronn, Heidenheim und Großkuchen angesiedelt finden, baut zumeist in Massenkalken, die dem epsilon und zeta 1 zuzuordnen sind oder wie in Schnaitheim dem Brenztaloolith zeta 0 zugehören. Diese Kalke zeigen höhere Druckfestigkeiten bei gleichzeitiger besserer Splitteigenschaft, bedingt durch die fehlenden Bankungsfugen. Die Kalke sind teilweise so hochrein, daß eine Firma es schon erwogen hat, einen Bruch zu eröffnen, der nur für die chemische Industrie Kalk liefern soll. Das heutige Fördergut der Firmen umfaßt überwiegend Schotter und Splitte aller Sorten. Wir finden es am anschaulichsten in den neuerbauten Waldwegen rings um Oberkochen wieder, auf der Hochfläche sogar auf und neben Gesteinen, deren stratigraphische und technische Eigenschaften oft völlig identisch sind. Die Massenkalke, die zumeist auf halber Höhe unserer Berghänge, unmittelbar auf dem Malm delta, einsetzen und auf der Hochfläche oftmals von einer Feuersteinlehmdecke überdeckt sind (Einsetzen der Fichtenwaldbestände), enthalten dolomitische Anteile, die an einigen Stellen so weit reichen, daß sie schon fast reinen Dolomit darstellen. Zum Beispiel die Kuppe des Volkmarsberges ist ein großes Dolomitareal. Dolomit, chemisch gesehen ein Calcium-Magnesium-Doppelkarbonat [CaMg(CO3)2], mit 21,7% Magnesiumoxidgehalt, unterscheidet sich von Kalk durch seine Graufarbigkeit, durch seine rundlichen Verwitterungsformen, seine Feinkristallinität und durch seinen »sandigen« Verwitterungszerfall.

Dolomit hat schon eine lange Verwendung als Feuerfestbaustein; diesen benutzt man zur Hochofen- und Drehrohrofenauskleidung. Weiterhin ist er als Zuschlagstoff in der Metallurgie bekannt. Gerade in den letzten Jahren mit der Hochentwicklung der Leichtmetalltechnik (Aluminium, Magnesium,


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