Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 275 / 494

 

Viel stärker als die schon genannten Massenkalke des oberen ki 2 sind die Massenkalke des Malm epsilon und zeta 1 für unsere Berglandschaft gestaltend. Nahezu alle wichtigen Hangfelsen um Oberkochen sowie die Hochflächenbereiche und -kuppen unserer Oberkochener Alb werden von solchen Massenkalken eingenommen (z.B. Heidehochfläche, Volkmarsbergkuppe, Brunnenebene, Rotebene, usw.). Massenkalke des oberen Malm sind meist »massiger«, d.h. mächtiger und derber als jene des Malm delta. Auch die ehemaligen Meeresschwammriffe, aus denen sie hervorgegangen sind, waren mächtiger, komplexer und flächenhafter; z.T. bezeugen Schwammumien noch die ehemals so bedeutenden Riffbildner. Massenkalkfelsen haben aufgrund ihrer eigenwilligen Verwitterung oft ungeometrische, interessant bizarre Formen, so daß sich um manchen Felsen nicht umsonst mehrfache Sagen ranken.

 

Die Böden

Böden sind das Verwitterungsprodukt ihres geologischen Untergrundes, es besteht also eine Relation zwischen der humosen Oberschicht und dem direkt unterlagerndem Gesteinsmaterial. Die »Karte der gesteinsabhängigen Bodengruppen in der Region Ostwürttemberg, 1:200 000«, herausgegeben vom hiesigen Regionalverband (Sitz: Schwäbisch Gmünd) unterscheidet für diese Gemarkung im wesentlichen drei Bodengruppen:

  1. Die Talauen mit ihren mächtigen Auenlehmen
  2. Die steinigen Kalkverwitterungslehme, teils mit Schlufflehmüberdeckungen, die den verkarsteten Kalksteinkörper des Weißjura überziehen
  3. Die Feuersteinhochflächenlehme. Es handelt sich hierbei um schwer durchlässige tonig-schluffige Lehme mit einsitzenden Feuersteingeoden

Die Talauen, die holozänen, d.h. geologisch jüngsten Alters (auf der Karte mit »h« bezeichnet), »führen«, so charakterisiert es M. BEURER, »durchweg Weißjura-Kalksteinschutt und Feuersteinmaterial, wobei die lehmige Komponente jedoch stark überwiegt«. Weiterhin mögen zu dieser Bodengruppe auch die anmoorigen Böden gerechnet werden. Es sind dies »humusreiche, z.T. etwas torfige Oberböden«, die einen »staunässe-beeinflußten, rostfleckigen, dichten, hellgrauen Ton« überlagern. Solche Bodenhorizonte fand man früher im Bereich zwischen der Kreuzmühle und der Stefansweiler Mühle. Inzwischen erfolgte hier jedoch weitestgehend eine Bauschuttüberfüllung. Im Gebiet bei dem Seegartenhof, in den »Seewiesen« ist dies größtenteils noch nicht geschehen und durch den Einschnitt des Ziegelbaches ist sehr schön die fast schwarze Erdfarbe zu erkennen. Schon erwähnt wurden die pleistozänen (eiszeitlichen) Hangschuttmassen der unteren Talflanken, die zumeist lehmdurchsetzt sind, und die Trockentalfüllungen (qtl), die ebenfalls noch der Tal-


zurück
 
Inhalts-
verzeichnis

weiter

[Home]