Heimatbuch „Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag“ Seite 273 / 494

 

Kennzeichnend sind Kalkknollen und durch Verwitterung stark hervorspringende Platten und Leisten. Leitammonit des Unter-Delta ist Aulacostephanus mutabilis. Der Mittel-Delta oder delta 3 weist 0,50-1,20, ja sogar 1,50 m Höhe erlangende Bänke auf, die durch orthogonale Risse und Spalten in bis zu 3 m messende Quader aufgeteilt sind. Die Mergelfugen sind gering oder fehlen ganz. Den Abschluß des delta 3 (Leitammonit: Aulacostephanus eudoxus) bildet eine grünlich-graue Glaukonitbank (Glaukonit = wasserhaltiges Aluminiumsilikat mit Eisen und Magnesium). Hier liegt zugleich auch meist der Übergang vom geschichteten Gesteinsaufbau zum verschwammten (Massenkalke, wmk).

 

Massenkalke des ki 2 (Malm delta)

Diese Kalke entstanden im Gegensatz zu den normal im Meer chemisch ausgefällten Kalken als Aufbaumaterial riffbildender Schwämme; diese Riffe waren genau gleichen Typs, wie wir sie heute aus den Meeren als Schwamm- und/oder Korallenriffe kennen. Auch die darüberliegenden Folgen des epsilon und zeta 1 sind zumeist als Massenkalke ausgebildet. Durch eine Magnesiumzufuhr (aus dem Meerwasser) wurden sie oft kurz nach ihrer Bildung schon dolomitisiert, d.h. Magnesium wurde in den Kalk eingebaut oder hat sogar Calcium ersetzt. Die Schwammriffe wuchsen schneller als sich der normale schichtige Kalk ablagern konnte. So kommt es, daß sich für zur gleichen Zeit entstandene Gesteine verschiedene Mächtigkeiten und verschiedener Habitus zeigen. Eine zeitliche Korrelation gelingt daher nicht in jedem Falle. Fast alle Gesteine der oberen Bergpartien und der Hochflächen, auch unter den Feuersteinlehmflächen, sind im Oberkochener Raum Massenkalke. Geschichteter delta 4 konnte hier bei uns nirgendwo gefunden werden.

Bankkalke des ki 3 (Kimmeridgium 3 = Malm epsilon = Obere Felsenkalke) Nur im Bereich des östlichen Büchle konnte diese ca. 35 m mächtige Schichtenfolge mit ihren 10-40 cm starken, kremfarbenbraunen, meist jedoch hell- bis weißgrauen, chemisch sehr reinen, feinkristallinen und leicht rauh brechenden Kalke in schichtiger »Normal«-Ausbildung angetroffen werden. Ihre Mergelfugen sind gering, meist fehlen sie sogar und kennzeichnend sind ihre zahlreichen, meist den Schichtfugen einsitzenden, Kiesel- (Feuerstein-)knollen. Die ungeschichtete, »schwammige« Ausbildung gibt sich als grobkristalliner, zuckerkörniger Lochfels von bräunlich bis dunkelgrauer Farbe. Oft trennen durchgehende Vertikalklüfte den Massenkalk bzw. -dolomit.

Bankkalke des ti (Tithonium 1,1 = Malm zeta 1 = Liegende Bankkalke = ulmensis-Schichten)

Der Rodsteinfelsen und der sichtbare Fels am Einstiegstrichter des Wollenloches sind hierfür als Betrachtungspunkte zu nennen. Weitere Vorkommen gibt es hier aber nicht. »zeta 1 sind hell- bis dunkelgraue, feinkristallin-körnige, in Platten verwitternde, etwa 20-35 cm mächtige Kalkbänke«. M. Beurer berichtet auch, daß sie »stellenweise sichtbar durch geringmächtige Mer-


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